Letter

Nach einer längeren ruhigen Phase ohne Bürokratie und Papierkram, dafür aber mit mehr innerer Ruhe, durfte ich heute meine Rast beenden und die nächste Etappe auf meiner Reise angehen. Noch fühlt es sich ein wenig unwirklich an…

Mir fallen fast die Augen zu, als diese Zeilen entstehen. Der neue Tag ist noch jung, der Atem meine schlafender Töchter geht ruhig und in beruhigendem Takt. Ein ereignisreicher Tag liegt hinter uns und dem sei an dieser Stelle noch kurz Rechnung getragen:

Neben einer entspannten Session Bartepilation war der wichtigste Termin heute mein Einzelgespräch mit meinem Therapeuten. Ihm lagen endlich alle Unterlagen zur Erstellung seines aktualisierten Alltagsgutachtens über mich vor, dessen Fazit die Empfehlung der Durchführung einer GaOP ist. Eine Ecke unaufgeregter als noch bei der Beantragung der Bartepilation nahm ich den Schriftsatz erleichtert entgegen und verstaute ihn sicher in meiner Tasche. Ein weiterer Schlüssel zur Freiheit!

Ansonsten gab es tatsächlich nicht viel zu besprechen, die vergangenen Tage verliefen erfreulich entspannt. Meine Kinder verbringen einen Teil ihrer Ferien bei mir, zu meiner riesigen Freude sind es beide. Und das Faszinierende daran: insbesondere meine ältere Tochter ist wie ausgewechselt. Nach ihrer totalen Ablehnung in den letzten Wochen ist jetzt das Gegenteil der Fall. Wir haben richtig viel Spaß zusammen, Backen, Kochen, Spielen, Basteln und gehen gar gemeinsam Einkaufen und heute sogar zur Post.
Warum sogar zur Post? Weil der riesige Umschlag meinen Antrag auf Kostenübernahme der GaOP nebst allerhand zusätzlicher Dokumente enthielt und sie bei der Übergabe „von mir an das Universum“ dabei war. Mit diesem Akt bekundete ich nun auch offiziell die Absicht, diese OP durchführen zu lassen und übergab den weiteren Verlauf in die vertrauensvollen Hände eben jenes Universums.

Besonders bemerkenswert ist, dass sich meine Tochter so verhält, als sei nie etwas gewesen. Sogar führten wir in den vergangenen Tagen ein kurzes, aber vertrauensvolles und offenes Gespräch über die Transition und die GaOP. Was für eine riesige Erleichterung! Ich glaube, das hat uns beiden etwas geholfen, wieder mehr zueinander zu finden.
Stellt sich für mich die Frage, woher die Anwandlungen der vergangenen Wochen kamen. Naja, ich habe da so meine Theorien…

Abgerundet wurde der Tag von einem ausgedehnten gemeinsamen Kochen mit uns drei Mädels in der Küche, zwei Rezepte von Johann Lafer ausprobierend: Kartoffelpüree aus Ofenkartoffeln und selbstgemachte Schnitzel. Hier packt die eine Kartoffeln in ihr Bett aus Meersalz, dort zieht die nächste ein zartes Stück Fleisch durch die Panier und die dritte klopft eben jenes Fleisch ordentlich platt. Nicht nur ein sehr verbindendes und lustiges Ereignis, sondern auch noch ein sehr, sehr leckeres. Danke, Herr Lafer! 😉

Nun überkommt mich aber doch die Müdigkeit. Das Glück, die GaOP heute beantragt zu haben, habe ich zwar verstanden, aber noch nicht so ganz für mich realisiert. Dabei wird all das immer realer und näher…

Um es in einem Wort zusammenzufassen: krass!

Sweet dreams, my dears!

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One Thought to “Erfolgreicher Papierkram”

  1. Claudia

    Liebe Cousine!
    Mich berühren deine Zeilen sehr! Und ich bewundere deine Entschlossenheit, sowie ich dir natürlich von Herzen wünsche, dass auch die OP’s gut verlaufen werden.
    Ich bin überzeugt davon, dass es die gute Beziehung zu deinen Töchtern ist, die es ihnen ermöglicht deine Verwandlung vom männlichen zum/zur weiblichem Vater mitzugehen und daran selbst zu wachsen. Es ist bestimmt nicht immer einfach, umso schöner, wenn Selbstverständlichkeit u Leichtigkeit erlebbar wird.
    Inzwischen ist es auch für mich so sichtbar und fühlbar geworden, dass dein Weg richtig ist, weil du erblühst, so wie nie zuvor!

    Ganz lieber Gruß, Claudia

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