Shaving woman

 

Wieder ein Moment, der sich irgendwie irreal anfühlt. Einige davon hatte ich in den vergangenen Monaten und jedes Mal werden sie binnen kürzester Zeit zur Normalität.

Doch kaum zu glauben! Es ist soweit! Nächste Woche Dienstag habe ich meinen ersten Termin zur Nadelepilation! Juhuuu!!! Aber dennoch ist das ein wenig bekloppt, oder? Kein Mensch würde sich das freiwillig antun, jede Woche eine Stunde oder mehr auf einer Liege liegen, während eine Sonde jede einzelne Barthaarwurzel abtötet und dabei für Schmerzen sorgt.

Mein Nachbar stellte heute bei einem kurzen Gespräch zwischen Tür und Angel nur kurz fest:

Da wird mir klar, dass niemand diesen Weg einfach nur zum Spaß geht.

Nein, wahrhaftig nicht. Auf die Schmerzen freue ich mich keineswegs. Zumal der erste Termin noch ohne Anästhetikum stattfindet, um erst einmal mein Schmerzempfinden zu testen.

Aber weißt du was, Tagebuch? Ich freu mich trotzdem darauf wie ein kleines Kind vor Heiligabend. Denn ich freue mir ein Loch in den Bauch (selbiges fände ich dank zusätzlicher Corona-Kilos gar nicht so schlecht), das Ergebnis eines Tages zu sehen: glatte Haut! Ohne Stoppeln. Ohne Rasurbrand und Schnitte. Hach, ein Traum wird wahr!

Und schon ertappe ich mich dabei, nie nächsten Ziele anzupeilen.

What’s next?

Ich denke, als nächstes stehen zeitliche Planungen und Überlegungen an, was ich wann angehen kann. Beantragung der Haartransplantation, Vorgespräche für die GaOP und Beantragung derselben.

Ernsthaft, Tagebuch. GaOP. Sie ist einer der nächsten Schritte. Ist das zu glauben?! Mir kommen Tränen der Überwältigung, wenn ich mir das vergegenwärtige. Denn mit der gestrigen Nachricht der Krankenkasse ist das „große Verfahren“ im Grunde genehmigt worden. Die Kostenübernahmen der GaOP ist also nur noch reine Formsache. Keine Gutachten mehr. Also wird es langsam tatsächlich „ernst“. Der wundersame körperliche Wandel von Mann zu Frau, von dem ich immer träumte – wenn auch mit etwas mehr Feenstaub und weniger Blut und Schmerzen – ist tatsächlich in greifbare Nähe gerückt.

Es kommt mir weiterhin irreal vor. Obwohl zwischen dem „es ist noch so fern“ von gestern und dem „es ist so nahe“ von heute nur eine spärlich gefüllte DIN A4 Seite seitens meiner Krankenkasse steht. Der Unterschied ist dennoch gigantisch.
Plötzlich steht die Überlegung im Raum, demnächst ein paar Tage nach München zu fahren. Vorgespräche führen. Eine gute Freundin besuchen.

Und damit einher gehen – aber schon seit längerem – Gedanken, wie mein Leben nach diesem großen Event sein wird. Anfangs vermutlich sehr mühsam und schmerzhaft während der Wundheilung. Familie, Freunde und Kollegen werden nachfragen, wie es mir geht. Wird es unangemessene Fragen geben? Was möchte ich dann preisgeben? Wie werden meine Kinder damit umgehen? Vor allem mit dem 3-maligen Dilatieren pro Tag für je eine Stunde. Das wird sich erst einspielen müssen, wie auch immer.

Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass wir das hinbekommen werden!

Zurück ins Jetzt

Jetzt gerade freue ich mich auf den ersten Termin. Und sogar etwas auf meinen Frauenarzttermin kommende Woche zwecks Brustkontrolle – denn die ist noch immer super-empfindlich und schmerzt bei Berührung. Besonders heute zieht es auf beiden Seiten heftig. Das ist unangenehm, aber wie schon zuvor freue ich mich darüber, da es ein Zeichen für Wachstum ist…und mein Bauchgefühl sagt mir, dass mein Frauenarzt das bestätigen wird…

Video-Shooting

Eines noch. Zwar war mein heutiger Arbeitstag echt unterirdisch und ich spüre von Tag zu Tag mehr, dass ich Urlaub brauche, viele Dinge und Verhaltensweisen bestimmter Kolleg*innen einfach satt habe und das gerade nicht mehr gut wegstecken kann. Doch ein schönes Ereignis gab es: das Diversity & Inclusion Team eines unserer Geschäftsbereiche wird demnächst eine Interviewreihe zum Thema Vielfalt und Inklusion führen. Ob ich dabei sein werde, weiß ich noch nicht, aber ich durfte auf jeden Fall heute für das Teaser-Video vor die Kamera! Und was soll ich sagen?! Das hat richtig Spaß gemacht!

Dare To Be Proud
Ein kleiner Vorgeschmack: unter anderem mit diesem selbstgestalteten Plakat habe ich ein wenig vor der Kamera posiert. 🙂

Vor einem Green Screen und mit einem professionellen, lockeren Team lief das Ganze wie am Schnürchen. In 14 Tagen soll es eine Vorschau geben und ich bin suuuper gespannt auf das Ergebnis! Ob ich den Inhalt hier teilen darf, weiß ich nicht, da auch andere Kollegen darin vorkommen. Aber zumindest das eine oder andere Foto von meiner Session wird es dann hier wohl zu bewundern geben. 🙂

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