Wow, heute hagelt es ja förmlich Blogeinträge. Bekanntermaßen beschäftigt mich das Thema Tod gerade sehr stark. Und ich merke, dass ich noch so viele ungeklärte Fragen und lose Enden im Kopf habe, dass es eine Weile dauern wird, das alles für mich zu ordnen.

Wie immer super hilfreich war der heutige OpenCircle. Die Menschen dort sind einfach Schätze. Der Umgang miteinander respektvoll, behutsam und die Themen wandern zwischen kontrovers, tiefgründig und manchmal auch einfach albern. Erfrischend und unendlich wertvoll.

Eigentlich war es gar nicht meine Absicht, ein derart mit Schwere beladenes Thema heutig in den Circle zu bringen, aber es ergab sich dann doch so. In einer Art Forum entleerte ich meine Gedanken zu dem Thema in der Gruppe, bis es nichts mehr zu sagen gab. Ich bekam sehr wertvolle Spiegel, die mir am Ende auch gezeigt haben, dass ich trotz aller wilden Gedankenwolken im Kopf auf einem guten Weg bin, das Thema für mich zu bearbeiten.

Beim Verfassen von Einträgen hier versuche ich ja immer auch einen Bogen zu meiner Transition zu schlagen. Denn darum soll es hier ja maßgeblich geben. Und tatsächlich hatte auch der heutige Abend mehr mit der Transition zu tun, als man vielleicht denken würde.

Zum Einen gab es eine neue Teilnehmerin, die ich noch nicht kannte. Zwar nehme ich mittlerweile weitgehend davon Abstand, mich aktiv zu outen und mich zu erklären. Ich lasse die Menschen mich einfach so hinnehmen, was auch im beruflichen Kontext erstaunlich gut funktioniert. Und hier auch. Gerade im Circle kommt das Thema in einem Nebensatz aber natürlich immer mal wieder zur Sprache. Auch beim Thema Tod. Und das gar nicht mal nur wegen möglicher OP-Risiken. Die schätze ich ohnehin recht gering ein und mache mir nun wirklich keine ernsthaften Gedanken, dass der Worst Case eintreten wird.
Nein, meine Transition hat neben der Wiedergeburt auch etwas mit dem Tod meines alten Ichs zu tun. Ich verändere mich auch und vor allem psychisch aktuell in einem rasanten Tempo (siehe heutige Mail an die Ärztin, die ich immer noch feiere), dass das Frühere immer weiter in den Hintergrund tritt – stirbt. Sicherlich niemals gänzlich. Aber doch in großen Teilen.

Weiterer Anknüpfungspunkt im Circle, waren meine Spiegel nach dem Forum. Nach dem Regularium dieses gruppendynamischen Werkzeugs sprechen Spiegel die Person im Forum niemals direkt an, sondern immer in der 3. Person. Also in etwa so: „Ich habe eine Frau gesehen, die…“ Ich habe eine Frau gesehen… Einmal kam auch ein: „Ich habe eine Frau – gehört…“, wobei das „gehört“ nach einer längeren Denkpause erst kam.

Tja…und in der Zoom-Kamera habe ich eine Frau gesehen, die nach diesem mental sättigenden Abend so einiges zu bedenken und zu verarbeiten hat und die von außen als stark und mutig wahrgenommen wurde…damit lässt es sich jetzt gut schlafen.

Gute Nacht, Welt!

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