Portrait Julia Dezember 2020

Na? Es wird mal wieder Zeit für einen Eintrag hier, gell? 

Seit dem letzten Beitrag sind fast 14 Tage vergangen und es sind durchaus Dinge passiert, die es zu berichten lohnt.

Doch das offenkundigste zu erst: ich habe meine (Echthaar-)Perücke heute abholen dürfen und bin super happy damit! Der Tragekomfort ist um Welten besser, die Haptik der Haare viel angenehmer, der Schnitt hübscher und überhaupt…ich bin einfach dankbar für dieses Stück wahrer Handwerkskunst, denn es erleichtert mich mein Leben und die Transition einfach ganz massiv.

Endlich nicht mehr das Gefühl, einen Helm zu tragen. Endlich die Chance, die Haare beinahe beliebig zu stylen. Sogar so banale Dinge wie das Streichen einer Strähne hinter’s Ohr ist nun möglich. Das ging vorher fast nicht oder sah einfach nur albern aus.

Wenn ich mich nun im Spiegel betrachte, könnten das glatt meine eigenen Haare sein. Ein wenig naturkraus, ein angenehm brunetter Farbton mit leicht helleren Strähnchen…ich liebe es. Und mal ganz nebenbei macht die Perücke gefühlsmäßig ganz viel mit mir ins Sachen Weiblichkeit. Allein der Umstand, mir einfach mal eine Strähne hinter’s Ohr zu schieben, fühlt sich sooo viel natürlicher an.

Daher geht ein großer Dank unbekannterweise an die edle Spenderin aus Indien und die tapferen Heinzelmännchen, die das gute Stück geknüpft haben. Ich hoffe ihr wisst, wie sehr ihr mein Leben mit eurer Spende / Arbeit verbessert habt!

Doch genug von dieser haarigen Geschichte (sorry für den miesen Wortwitz, der war wirklich flach ;)).

In der Zwischenzeit genieße ich eine weitgehende emotionale Hochphase. Es gibt Tage, an denen pfeife ich einfach Weihnachtslieder vor mich hin, singe mit oder ertappe mich einfach mal so, dass es mir gut geht. Klingt vielleicht ebenfalls banal, aber solche Gefühle sind mir in meinem bisherigen Leben nur sehr selten zuteil geworden. Ich meine so ein inneres Glückgefühl in Verbindung mit einer tiefen Zufriedenheit mit dem Jetzt und dem Wissen, dass es gerade richtig ist, wie es ist. An meiner Wand hängt nicht umsonst die Sprüche „You are where you need to be“, „Trust the universe and let go“ und „Baby, you’ll move mountains“. Sie begleiten mich schon gut 2 Jahre, aber erst jetzt ergeben sie so richtig Sinn. Als hätte ich es vorher gewusst…

Für die nächste Zeit liegt wieder einiges an Papierkram vor mir. Ein Gutachter für das TSG-Verfahren hat sich gemeldet und einige Unterlagen erfragt. Da habe ich ein bisschen was zu tun. Über dies habe ich heute mit meinem Therapeuten vereinbart, das „große MDK-Verfahren“ langsam anzugehen, das Voraussetzung für die Nadelepilation und auch die geschlechtsangleichende OP ist. Dafür braucht es noch viel mehr Unterlagen, Stellungnahmen und Berichte, die ich in den kommenden 2 – 3 Monaten häppchenweise bei den betreffenden Personen einsammeln werde. Viel Arbeit, ja. Aber ich sehe eine klare Struktur vor mir, die meine Transition im Q1 2021 leiten wird.

Demnach ist der aktuelle Zeitplan, den MDK-Antrag im März 2021 zu stellen. Mit etwas Glück könnte ich die Bartepilation dann im April beginnen, das wäre großartig, denn der Bartwuchs sorgt jeden Tag für jede Menge mieser Gefühle. Bemerkenswerte ist aber: wenn ich zurückblicke, war mein anfänglicher Plan, mit Glück im April 2021 mit der HRT beginnen zu dürfen. Nun werde ich im April bereits der geforderten 6 Monate hinter mir haben, die es als absolutes Minimum braucht, um eine geschlechtsangleichende OP durchführen zu lassen. Krass.

In der Tat würde ich mich in diesem Zeitrahmen auch langsam mal mit der OP befassen wollen. Zwar ist diese soweit ich das verstanden habe, erst nach etwa 12 Monaten begleitender Psychotherapie möglich (also ab Juli 2021), aber das ist zeitlich nicht mehr arg weit weg. Mit Wartezeiten auf Termine, Vorgesprächen und all dem, ist die Zeit flott rum. Wenn ich mal etwas Puffer einrechne wäre mein Traum, das nächste Weihnachten bereits post-OP verbringen zu können.

Aber Schritt für Schritt. Der Traum ist mein Leuchtturm, alles weitere ergibt sich wie immer auf dem Weg…

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