Tag 13 der HRT. Beinahe zwei Wochen. Wie die Zeit vergeht. Und mit der Zeit setzen offenbar interessante Wirkungen bei den Hormonen ein.

Heute ist ein Sonntag. Ein ziemlich ruhiger Sonntag. Gestern habe ich meine Töchter nach einer weitgehend harmonischen Woche Urlaub zurück zu ihrer Mutter gebracht, ein Prozess der immer etwas schmerzt, insbesondere wenn ich wieder zur Haustür hinein komme und es ist totenstill. Kein fröhliches Kinderlachen mehr. Von jetzt auf gleich. Auf der anderen Seite ist es auch ein Stück weit entspannend, denn mehr oder minder 24/7 zusammen zu sein, strengt mich persönlich auf Dauer doch ziemlich an.

Jedenfalls war der heutige Sonntag entsprechend von Stille geprägt. Und von einer Art Durchhänger. Ob nun „Kater“ von zu viel menschlichem Kontakt, wie ich ihn bisweilen habe oder ob die Hormone dahinter stecken…ich wachte heute erst spät auf und verspürte keinerlei Antrieb, mich aus dem Bett zu erheben. Außer einem Frühstück und einiger Zeit am Rechner war heute nicht viel mit mir los. Sogar das Handy versetzte ich in den Flugmodus…offenbar ein starkes Ruhebedürfnis. Umso schlimmer, dass morgen die Arbeit wieder los geht.

Irgendwann überwand ich mich dann doch zum Duschen und dem rituellen Einreiben mit Hormongel. Doch seit gestern nicht mehr 2 Hübe wie bisher, sondern nur einen. Den anderen habe ich auf abends verschoben, da ich in den vergangenen Tagen oft abends einen ziemlichen Durchhänger bekam und stark das Bedürfnis verspürte, Hormone zu nehmen (was ich aber natürlich nicht eigenmächtig tat).  Insofern ist das gerade ein Test, ob es mir mit dieser Verteilung besser geht. Sollte dieser Durchhänger nun länger anhalten, werde ich zur morgendlichen Gabe von Hüben zurückkehren, denn wie ich las, kann ein Mangel an Testosteron sogar Depressionen auslösen. Soweit ist es zum Glück noch nicht bei mir, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, nicht wahr?

Neben diesem möglicherweise hormonell bedingten mentalen Tief verspüre ich seit gestern auch akut körperliche Veränderungen, die ich interessiert beobachte. Zum Einen ist meine Brust ein ganzes Stück empfindsamer geworden – man könnte schon beinahe sagen, sie entwickelt sich langsam zur erogenen Zone. Ein sehr schönes Gefühl, das sich ja vor einigen Tagen beim Rasieren schon angekündigt und nun offenbar verstärkt hat.
Zum Anderen gibt es Veränderungen in Punkto Libido: entgegen meiner Erwartungen und Hoffnungen verschwindet sie nicht etwa, nein, sie explodiert förmlich. Es mag vielleicht seltsam klingen, aber das belastet mich ziemlich, da mit ihr auch ein großes Stück männlicher Sexualität einhergeht, die ich nicht mehr haben möchte, zu der ich aber quasi „gezwungen“ werde. Interessante Randnotiz: in diesem Zusammenhang bemerke ich einen fortschreitenden Wandel in Bezug auf sexuelle Fantasien, die nunmehr weniger mit Frauen zu tun haben, sondern zunehmend mit Männern mit mir als Frau.

Ich wurde in den vergangenen Wochen des Öfteren danach gefragt, was die Transition möglicherweise für meine sexuelle Orientierung bedeutet. Nun, so wie es aussieht, ändert sich da gerade einiges. Was genau es am Ende aber sein wird, vermag ich derzeit nicht zu sagen. Ich lasse mich da überraschen. Fest steht jedoch: ich wünschte, ich hätte die GaOP schon hinter mir und dürfte bereits weibliche Sexualität erleben. Aber das dauert wohl noch eine Weile…

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One Thought to “Hormonfeuerwerk”

  1. […] dem kürzlich beschriebenen Hormonfeuerwerk und dem oben ausgeführten Heißhunger geht es mir weiterhin sehr gut mit den Hormonen. Meine […]

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