Freitagnacht. Eigentlich Samstag. Ein schier endlos wirkender, fiebertraumähnlicher Tag neigt sich seinem erlösenden Ende zu. Die Augenlider sind schwer, die Luft ist raus. Es war einer dieser Tage, die sich wie Wendepunkte in mehrfacher Hinsicht anfühlen und gleichzeitig den Eindruck vermitteln, als würden all die Bälle, die ich gleichzeitig in der Luft gehalten habe, unkontrolliert zu Boden fallen. Willkommen zu einem ganz normalen Tag in meinem Kopf.
Ihr Lieben,
es ist Freitag. Der 12. Juni. Nicht der 13. Letzteres wäre wohl zu viel des Guten.
Ein besorgniserregendes Maß an Überforderung hat sich über die vergangenen Monate in meinem Leben angesammelt und lässt mich dem Freitag, eigentlich dem Wochenende, entgegenfiebern. Zu früh klingelt der Wecker und schaltet unweigerlich binnen Sekunden die Schlaglichter in meinem Kopf an, obgleich die Augen noch geschlossen sind. Eigentlich verspricht es ein vergleichsweise ruhiger Freitag zu werden und dennoch keimt innere Unruhe in mir auf. Wie jeden Tag. Innere Unruhe – gute, alte Begleiterin.
Neben der Arbeit stehen heute zwei wichtige Termine für mich auf dem Programm, die den weiteren Blick auf die Tage, die danach kommen, versperren. Gatekeeper, wie ich sie bei wichtigen Ereignissen in meinem Leben immer wieder bemerke. Alles in mir richtet sich auf solche Tage aus, wie ein innerer Kompass. Der Rest verschwimmt.
Nach einer monatelangen Odyssee durch das Tal viel zu niedriger Östrogenwerte wartet endlich eine Maßnahme auf mich, die mich wieder auf ein erträgliches Level Östrogen hieven soll: Hormonpflaster. Doch darüber möchte ich euch in den kommenden Tagen in einem eigenen Artikel berichten.
Der zweite Termin beschäftigt mich eigentlich viel mehr und fesselt meine Gedanken seit Tagen: die Befundbesprechung meiner ADHS-Diagnostik. Nun spoilert der Titel dieses Artikels bereits das Ergebnis, erlaubt mir dennoch einen Rückblick auf die vergangenen Wochen, um den Weg der überraschend zeitnahen Diagnose an dieser Stelle für die Nachwelt (a.k.a. andere Betroffene und Interessierte) festzuhalten.
Rückblick – Die Suche nach einem Diagnostikplatz
Nachdem mir ein Coaching im April diesen Jahres die Sicherheit gegeben hatte, den Weg einer möglicherweise langwierigen Diagnose zu beschreiten, begann ich intensiv zu suchen. Psychotherapeutische Praxen. Psychiatrische Praxen. Selbsthilfegruppen. Ich durchforstete Webseiten, schrieb E-Mails und klickte mich durch Buchungsseiten. Für Kassenpatientinnen wie mich war da leider nichts zu machen. Keine freien Termine. Nirgends. Auf meine E-Mails erhielt ich unisono die Antwort: „Wir haben aktuell keine freien Plätze und unsere Warteliste ist geschlossen.„
Nun stand ich da mit meinem Talent. Meine neu gewonnene Entschlossenheit für eine Diagnostik wurde von der schäbigen Realität des deutschen Gesundheitssystems ausgebremst. Wut über die Zustände keimte auf, löste natürlich mein Problem zunächst nicht, förderte aber meine Entschlossenheit. Also machte ich mich auf, aus reinem Interesse die Buchungssysteme nach Terminen für Privatversicherte und Selbstzahler zu durchsuchen. Ihr ahnt es schon: wenig überraschend hätte ich einen Termin für den nächsten Tag haben können. Ein gewisses Maß an Verachtung für diese Zweiklassengesellschaft waberte durch mein Bewusstsein, verkroch sich dann aber ein bisschen verschämt wieder. „Pfui, du elende Doppelmoralistin„, schrie Pia (meine innere Kritikerin) sie an. Hä? Wovon sprach sie da? Wait for it.
Auf diesem Weg war also kein Fortkommen zu erwarten. Also folgte ich einem Prinzip, das ich vor etlichen Jahren in einem meiner Lieblingsrollenspiele „Gothic“ kennen und schätzen gelernt hatte: Ich fragte mich einfach durch. Von A nach B, von B nach C… Immer mit der Intention, zu erfahren, was ich tun müsse, um mein Ziel (Beginn einer Diagnostik) erreichen zu können. Eventuelle Side Quests würde ich dabei billigend in Kauf nehmen.
Randnotiz: das genannte Prinzip habe ich seinerzeit "Das Quest-Prinzip" getauft und dazu ein Cheat Sheet entwickelt. Falls ihr mehr darüber erfahren möchtet, findet ihr das Cheat Sheet auf meiner Cheat Sheet Webseite.
Meine „Quest“ sollte mich zu einem insgesamt eher mäßig hilfreichen Arzt führen, der mir aber einen entscheidenden Hinweis für eine Folge-Quest gab – ich berichtete. Dieser Hinweis verwies auf die Möglichkeit, ambulante Leistungen bis zu einer gewissen Höhe über eine firmeninterne Zusatzversicherung abrechnen zu können. Meine diesbezügliche Anfrage bei der Versicherung wurde zwar eher vage beantwortet, reichte mir jedoch aus, um mich für die Option „Selbstzahler“ zu entscheiden und es über das Erstattungsverfahren zu versuchen. „Doppelmoralistin!“ hallte es schrill nach.
Da inzwischen einige Zeit ohne Termin ins Land gezogen war und sich mein Gemütszustand zwischen verzweifelt, genervt und ungeduldig bewegte, ging ich das Risiko ein, am Ende doch auf den Kosten sitzen zu bleiben. Im konkreten Fall sprechen wir von ca. 800 € für die vollständige Diagnostik. Um es vorwegzunehmen: die Zusatzversicherung sprang ein und finanzierte anstandslos das gesamte Verfahren. Ich schäme mich ehrlicherweise ein wenig für dieses Privileg, das viele andere Betroffene nicht genießen dürfen und stattdessen Monate oder gar Jahre auf einen Diagnostikplatz warten. Und gleichsam bin ich dankbar dafür, dass mir diese Möglichkeit eröffnet wurde. Die Wut über das System bleibt.
Rückblick – Das Erstgespräch
Nachdem die ersten Unwägbarkeiten überwunden waren, erhielt ich Ende Mai einen Termin für ein Erstgespräch. Im knalligen Sonnenschein fuhr ich ins 45 Minuten entfernt gelegene Frechen zur Praxis des Psychiaters meiner Wahl. Unbändige Nervosität und Hoffnung begleiteten mich und gesellten sich zur frühsommerlichen Hitze dazu, so dass mein Herz klopfte.
Der Empfangsbereich der Praxis wahr leer. Entspannungsmusik säuselte leise vor sich hin, während auf einem Bildschirm bunte Fischchen um ein Korallenriff schwammen. Die ausgelegten Getränke und Snacks hätten für einen ausgedehnten Mädelsabend gereicht.
Ich musterte meine Umgebung, las alle Schilder und versuchte mich zu vergewissern, dass ich auch wirklich am richtigen Ort war. Als mich plötzlich ein junger Herr mit gepflegten schwarzen Haaren und einer beeindruckenden Präsenz aufrief, riss es mich aus meiner Gedankenwelt und ich stand unverwandt auf. Sein „Frau Kalder“ hatte einen leicht fragenden Unterton, klang gleichzeitig aber auch einladend und nach einem „jetzt geht es los“.
In diesem Erstgespräch ging es zunächst um Aufklärung für den Prozess und eine grobe Einordnung meiner Situation. Wie ich am Ende erfuhr, wurden die wesentlichen Kriterien eines ADHS bereits jetzt grob überprüft, um entscheiden zu können, ob eine Diagnostik überhaupt sinnvoll erschien. Sie erschien sinnvoll.
Denn mindestens zwei der drei Kernmerkmale von ADHS (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität) waren gegeben. In meinem Fall sind die Unaufmerksamkeit und die (innerliche) Hyperaktivität die treibenden Faktoren, Impulsivität zeigt sich jedoch auch in einzelnen Lebensbereichen immer wieder (z.B. super spontane Entscheidungen, Impulskäufe, plötzlicher Stimmungswechsel, etc.).
Mit einem Gefühl der Erleichterung fuhr ich heim, denn allein die „Zulassung“ zur Diagnose war bereits eine kleine Bestätigung für das, was mich mein Leben lang herausgefordert hat, was ich nun seit einiger Zeit aber nicht mehr kompensieren kann. Das Titelbild des Artikels spricht für sich – all die Bälle habe ich unter hohem Energieaufwand mein Leben lang irgendwie (fragt mich nicht wie) in der Luft gehalten. Und langsam geht mir die Puste aus. Zeit, um zu handeln!
Randnotiz: Falls euch interessiert, wie sich ADHS ganz konkret bei mir äußert und wie es mein Leben beeinträchtigt, schreibe ich gerne dazu einen eigenen Artikel. Lasst es mich gerne wissen.
Rückblick – Das ADHS-Interview
Etwa eine Woche später vereinbarte ich einen Termin für das Herzstück der Diagnostik: das ADHS-Interview. Im Vorfeld galt es schier endlose Fragebögen online auszufüllen, um meine bisherige Biografie, den Leidensdruck, die Symptomatik, eventuelle Ausschlussdiagnosen und weitere Faktoren abzufragen.
Das Interview selbst fand online statt und verging wie im Flug. Mein Psychiater stellte eine Anzahl an Fragen, die ich möglichst ausführlich beantworten sollte. Ausführlich deshalb, da laut seiner Aussage die Fragebögen zwar wichtigen Kontext liefern, aber nicht die eigentliche Diagnose bestimmen. Hierfür sei das Interview gedacht.
Und so beantwortete ich Fragen rund um Konzentrationsfähigkeit, Selbstorganisation, Beeinträchtigungen durch diese Symptomatik, zwischenmenschliche Beziehungen, Unruhe, Fremdwahrnehmung, eventuelle familiäre Vordiagnosen, Verhaltensweisen in bestimmten Situationen und so weiter.
Rückblick – Der Tag der Befundbesprechung
Wieder eine Woche später. Besagter Freitag. Der 12. Juni.
Hibbelig sitze ich auf meinem Bürostuhl im Homeoffice, obgleich mein Termin zur Befundbesprechung erst in 3 Stunden stattfinden wird. Unendlich viele Gedanken gehen mir durch den Kopf.
Was wird er sagen? Ist es ADHS?
Was, wenn es kein ADHS ist?
Was mache ich dann mit meinem realen Leidensdruck?
Bin ich dann allein auf mich gestellt, weil mir keiner helfen kann?
Oder habe ich mir das alles nur eingebildet?
Und wenn es ADHS ist? Was dann?
Bekomme ich Medikamente?
Und was bedeutet das für mein Leben?
Gibt es Dinge, die ich ändern sollte?
Trotz all der Fragen gab es aber eine Gewissheit: sollte es ADHS sein, würde ich erleichtert sein. Und sollte es kein ADHS sein, würde ich dem Quest-Prinzip weiter folgen und fragen, was ein nächster sinnvoller Schritt sein könnte.
Noch 2 1/2 Stunden bis zum Termin. Eine E-Mail trifft ein. Von einem Freund meines Vaters, der mit mir sprechen möchte. Die Details möchte ich hier nicht näher betrachten, daher nur so viel: vergangene Woche ist aus heiterem Himmel etwas passiert, dass nun eine gewisse Dringlichkeit und Wichtigkeit hat und mir im Gesamtkontext Sorgen bereitet.
12:19 Uhr. Ich rufe besagten Freund an und kläre Dinge. Als ich auflege, sinkt mein Kopf erschöpft auf meine Arme und mein Kopf rauscht. „Zu viele Bälle gleichzeitig in der Luft, Julchen„, flüstert eine liebevolle Stimme in mir.
Mit einer Mischung aus Hilflosigkeit und Trotz gebiete ich der Stimme, ruhig zu sein. Vor dem Wochenende habe ich immerhin noch viel Arbeit vor mir. Mein heute Vormittag neu gewonnenes Hormonpflaster verrichtet schon brav seinen Dienst, bis eine spürbare Wirkung einsetzt, wird es aber einige Tage oder gar Wochen dauern.
Eine WhatsApp-Nachricht drängt sich in den Vordergrund. Meine Jüngste hat eine schlechte Note heim gebracht und weint. Wir telefonieren. Sie weint weiter. Ich fühle mich hilflos, will ihr all das Leid ersparen. Nicht wegen dieser einen Note, sondern weil ihr ihr ADHS das Schulleben zur Hölle macht. Ich weiß so gut, wie sie sich fühlt. Und gleichsam stehen Fragen im Raum, die ich nie beantworten wollte. Ohne Lösung legen wir auf. Wir sehen uns später.
Eine WhatsApp-Nachricht meiner Großen folgt. Teenager-Dinge sind eben passiert, die dazu führen, dass wir unser Wochenende spontan umplanen müssen. Ich plane spontan unser Wochenende um und versuche, ihr als Notpflaster für den Moment auf dem digitalen Wege Trost zu spenden.
Ein kurzes Telefonat mit meiner Mutter bildet den vorläufigen Abschluss. Dringliche Dinge, die Klärung bedürfen. Meine Mittagspause nutze ich wieder einmal dafür, um das Chaos in meinem Leben minimal zu entwirren. Erholsam ist das nicht.
Die Mittagspause endet und meine Arbeit schaut mich weiterhin vorwurfsvoll an. Ich schaue zurück und will sie wirklich erledigen. Doch meine Gedanken sind überall. Bei meinem Termin. Bei meiner Familie. Bei anderen Themen, die mir schon unangemessen lange Energie rauben. Gedanken rasen, ich möchte schreien, um nur einmal für einen Moment Ruhe in meinem Kopf zu haben. Da selbiger mir diesen Gefallen nicht zu tun vermag, entscheide ich mich für das einzige Mittel, das einigermaßen hilft: laute, knallharte Hard Rock und Metal Musik. Es schreit in mein Ohr und meine Gedanken bleiben kurz verdutzt stehen und lauschen. Ansatzweise Ruhe im Kopf. Auch wenn meine Ohren etwas anderes behaupten würden.
Ich gehe an die Arbeit und bekomme zumindest einen Teil fertig. Dennoch unterbrochen von Gedankensprüngen, Ablenkungen durch Kleinigkeiten, nervöses Wippen mit dem Bein oder einen Bewegungsdrang, der mich zur Kaffeemaschine treibt. Auf Koffein verzichte ich um diese Uhrzeit lieber, sonst wird alles noch schlimmer.
Die Befundbesprechung
Irgendwann ist es 14 Uhr. Ich muss meine Arbeit unterbrechen, da ich doch nicht fertig geworden bin. Ich ärgere mich über mich selbst und versuche mich jetzt aber auf das Video-Telefonat zu konzentrieren.
„Frau Kalder„, begrüßt mich mein Gegenüber freundlich. „Sie sind heute hier für die Befundbesprechung„, er klickt sich durch seine Unterlagen. Ich nicke und scharre innerlich mit den Hufen. „Ja, es liegt eindeutig eine ADHS vor, das Ergebnis ist positiv.“ Der Rest seiner Ausführungen verschwimmt in meiner Unaufmerksamkeit. Die Schlüsselinformation habe ich erhalten. Erleichterung macht sich breit.
Wir vereinbaren einen Termin für die Besprechung einer Medikation für nächste Woche – diesmal auf Kassenleistung. Das ist der einzig freie Termin, sonst könnte ich erst wieder im September kommen. Meine Empörung ist zurück, nehme aber dankend den nächstmöglichen Termin.
Wir verabschieden uns und legen auf.
Ich fange bitterlich an zu weinen.
Ich bombardiere meine beste Freundin mit Sprachnachrichten. Sie ruft an. Wir sprechen. Und am Ende muss ich doch hier und da wieder lächeln. Und habe eine klare Hausaufgabe für die kommende Zeit: Selbstfürsorge.
Die Zukunft mit ADHS
Medikamente. Endlich. Ich setze große Hoffnungen in diese Behandlung. Nach allem, was ich in Gesprächen mit anderen Betroffenen gehört und gelesen habe, kann ADHS-Medikation wie eine riesige Befreiung sein. Vielleicht das erste Mal im Leben Ruhe im Kopf. Fokus. Vor allem aber innere Ruhe. Das wäre ein Traum. Ob das so eintreffen wird, kann ich heute noch nicht sagen, aber ich wünsche es mir sehr.
Nicht, weil ich dann endlich wieder „funktioniere“, sondern weil es mich meinem Wunsch, endlich in Ruhe in meiner Mitte anzukommen, näher bringen könnte. Alles Weitere ergibt sich dann.
Die Transition war ein riesiger erster Schritt in diese Richtung. Dass ADHS noch folgen könnte, habe ich mir nie träumen lassen. Das war schlicht außerhalb meiner Eigenwahrnehmung. Retrospektiv erklärt es jedoch sehr viele Dinge in meinem Leben und ich muss an eine Frage zurückdenken, die mir mein Psychiater während des Interviews stellte: „Hätten Sie (ohne ihre Beeinträchtigungen) in Ihrem Leben mehr erreichen müssen?“ Im Interview hatte ich geantwortet: „Nun, müssen tue ich nur sterben. Aber ja, ohne all das, hätte ich viel mehr erreichen können. Ich hätte vielleicht schon mein Buch fertig.“ Und viele andere Projekte, über die ich nie öffentlich gesprochen habe, die mich aber regelmäßig von meinem Pile of Shame anschauen. Vielleicht wären meine Beziehungen besser verlaufen, wer weiß.
Und gleichzeitig möchte ich nicht sagen, dass ich nichts in meinem Leben erreicht hätte. Ganz im Gegenteil. Jedoch treibt mich die Frage um, ob mir all das unter neurotypischen Bedingungen nicht wesentlich leichter von der Hand gegangen wäre. Und mehr. Ohne diesen massiven Energieaufwand, vermeintlich „normal“ zu wirken. Mich anzupassen. Erwartungen zu entsprechen.
„Hör mal auf zu zappeln, du Zappelphilip.“ Die Anzeichen waren da. Allein der allgemeine medizinische Wissensstand war nicht, wie er heute war. Das mache ich niemandem zum Vorwurf, wie könnte ich? Aber es macht mich traurig ob der verpassten Chancen. Fast genauso wie bei der Transition. Besser spät als nie. Und dennoch trauere ich um die verlorenen Jahre.
Wie es nun ab kommender Woche unter Medikamenten weitergeht, wird sich zeigen. Ich bin trotz aller aktuellen Belastungen frohen Mutes, dass mir das helfen wird. Um wieder auf die Beine zu kommen und perspektivisch auch darauf stehen zu bleiben.
Um eine Frage von oben aufzugreifen:
Was bedeutet das für mein Leben? Ich weiß es noch nicht. Möglicherweise findet sich ein Platz für eine Psychotherapie oder einfach ein guter Austausch in der Selbsthilfegruppe, in der ich angeheuert habe. Ich folge meinem Credo der agilen Arbeit: inspect and adapt. Ich werde mir jeden Tag anschauen, was ich gerade brauche und wo es Anpassungsbedarf gibt. Das hat bei meiner Transition schon großartig geklappt und dieses Prinzip wird mich auch durch diese unruhigen Gewässer leiten.
Und wer weiß? Vielleicht bekomme ich dann auch bald mein Bücherregal aufgehängt, das schon seit Monaten ausgepackt auf seine Montage wartet…
Alles Liebe,
eure Julia

