Julia im Büro, blurred background

„Beim ersten Mal haben wir es ausprobiert, beim zweiten Mal ist es schon Tradition und beim dritten Mal Brauchtum“, besagt eine kölsche Redewendung. Und somit läute ich heute offiziell die Tradition des persönlichen Jahresrückblicks auf diesem Blog ein. Was dieses Jahr bei mir los war und was es mir bedeutet, lest ihr in diesem Artikel.

Ihr Lieben,

bevor wir starten, möchte ich ein Shoutout an meine liebe Freundin Julia senden, die mich mit ihrer wunderbaren Weihnachtsnachricht zu diesem Artikel inspiriert hat. Grüße! 🙂

In Vorbereitung auf diesen Artikel habe ich mich samt Ingwertee und Laptop in meine Lieblingskuscheldecke eingewickelt und den gemütlichen „Soundtrack zum Lesen“ eingeschaltet. Der funktioniert auch großartig zum Schreiben und Nachdenken. Er bringt mir etwas Ruhe in meinen Tag, während draußen noch die Autos durch die frühe Winterdunkelheit lärmen. Ein Moment des Innehaltens – wohlbehütet in Wärme, Klang und gedämpftem Licht.

Worüber lohnt es sich in diesem Jahresrückblick zu schreiben? In einem Jahr, in dem gerade einmal neun Blogartikel von mir erschienen sind. Weil es einfach nichts zu erzählen gab, das ich als berichtenswert empfand – und dabei ist so viel passiert. Da dieser Blog nun einmal „Julia’s Journey“ heißt, möchte ich euch heute mitnehmen auf eine Reise durch mein Jahr 2025. Nicht chronologisch, nein. Ich habe versucht, mein Jahr in Bereiche zu gliedern, die für mich Lernerfahrungen waren. Bereiche, in denen ich wachsen durfte. Bereiche, in denen ich meine Talente ausspielen konnte. Und Talente, in denen ich hart auf die Probe gestellt wurde. Na ja … und der ganze Rest.

Abschiede & Neuanfänge

Das Leben ist geprägt von Abschieden und Neuanfängen. Wo Türen geschlossen werden, öffnen sich neue. Und so startete ich mit viel Zuversicht, einem Wellnesswochenende mit meiner besten Freundin und meinen ersten Erfahrungen mit dem Ritual der Rauhnächte in das neue Jahr. Und ich muss gestehen: Einige meiner damaligen Wünsche sind im Laufe des Jahres in Erfüllung gegangen und dafür bin ich sehr dankbar. Der Eine, der in meiner Verantwortung liegt, blieb jedoch unerfüllt. My bad. Doch dazu komme ich später.

Abschiede und Neuanfänge – 2025 war in diesem Punkt besonders für mich. Tränenreich. Aber später auch voller Freude. Im Januar mussten sich meine Familie und ich nach erschütternden Stunden auf der Intensivstation von meinem Onkel verabschieden. Der zweite Todesfall binnen kurzer Zeit, sodass uns kaum Luft zum Atmen blieb. Nun lag es an mir, den überwältigend bürokratischen Akt einer Nachlassverwaltung zu koordinieren. Ein Prozess, der sich aus Gründen bis heute zieht und für mich dieses Jahr der größte Energiefresser war und noch ist.

Ich muss gestehen, dass es zwar einerseits bei der Trauerarbeit helfen kann, sich auf reale Dinge zu konzentrieren und sich mit Ämtern, Behörden und sonst noch wem herumzuschlagen – weil es ablenkt. Auf der anderen Seite empfand ich diesen Umstand oft als unwürdig, der verstorbenen Person gegenüber. Da verkommt ein ganzes Menschenleben zu einem emotionslosen, bürokratischen Verwaltungsakt. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe das Gefühl, dass der richtige Trauerprozess erst mit Abschluss des Nachlasses einsetzen wird. Das Jahr über habe ich funktioniert, weil es das System so will. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in mir löst das ein Störgefühl aus.

Doolittle

Ein weiterer, wenn auch weitaus weniger dramatischer Abschied ereignete sich nur wenige Zeit später: Mein geliebtes Schulpferd Doolittle wurde in Ruhestand versetzt und verkauft. Zwar hatte es mir „Dooly“ beim Reitenlernen oft nicht leicht gemacht, aber diese harte Schule hilft mir bis heute im Umgang mit anderen Pferden. Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als ich meinen kleinen Dickkopf das letzte Mal im Stall besuchte.

Auf der Autofahrt liefen die Tränen. An seiner Box liefen die Tränen. Auf der Rückfahrt liefen die Tränen. Er hat mir meinen Einstieg in den Reitsport ermöglicht, hat (meistens) geduldig meine Fehler ertragen und vor allem hat er mir geholfen, aus meiner Depression zu kommen. Das verbindet mich mit ihm. Und viele schöne Erinnerungen mit meinem kleinen, sturen, bossy Eselchen. Durch ihn durfte ich anfangen zu lernen, wie ich bewusst an meiner inneren Haltung arbeite und Führungsautorität ausstrahlen kann, damit er mir vertraut. Love you, Dooly!

Loslassen lern’n

Bevor ich zu den Neuanfängen komme, die hier nicht unter den Tisch fallen sollen, möchte ich noch ein paar Worte zum Thema „Loslassen“ loslassen. Im August erlebte ich ein großartiges Bosse-Konzert mit meiner jüngsten – ein herzerwärmendes Erlebnis in vielerlei Hinsicht. Da stand Bosse nun auf der Bühne und stimmte eines seiner neuen Lieder an: „Loslassen lernen“. „Du musst loslassen lern’n„, sang er.

Und ich fühlte mich auf so vielen Ebenen gemeint. Verstanden. Gesehen. Und nicht allein. Ich schrieb schon früher darüber: Bosse ist schon seit vielen Jahren mein musikalischer Wegbegleiter und hat mir mit seinen Songs durch viele Täler und dunkle Zeiten geholfen.

Ich komm‘ mit dir durch die Scherben“ hat also durchaus eine reale Bedeutung für mich. Scherben der Vergangenheit, die ich überhaupt erst seit der Transition anfangen konnte, aufzukehren. Ach, das Thema wäre einen eigenen Artikel wert. Vielleicht. Später. Im Augenblick ist mir das zu sehr in der Vergangenheit verhaftet. Und auch, wenn der Artikel bis hier hin eher traurig klingt, geht es mir heute, gegen Jahresende, wirklich gut. Müde vom Jahr, aber mir geht’s gut.

Neuanfänge

Daher lasst uns zu den Neuanfängen kommen, die mir in den Sinn kamen. Mit dem Abschied von Dooly, traten drei neue liebe Wesen (mir kommt gerade der Begriff Liebewesen in den Sinn und ich muss kichern – gefällt mir) in mein Leben: Elvis, Capri und etwas später Ducati. Drei tolle Schulpferde, die ich alle kennenlernen durfte und begeistert davon bin, wie unterschiedlich jedes Pferd beim Reiten ist. Vom Wesen ganz zu schweigen.

  • Elvis, der vor Jahren bei einem Unfall ein Auge verlor, ist mein Schmusepferd. Mit ihm kann ich mich verbinden, Stirn an Stirn stehen und die Augen schließen. Geduldig, zugewandt, entspannt, umgänglich und behutsam.
  • Capri, der in der Box gerne herumtänzelt wie ein scheues Reh, übertrieben auf Leckerlis steht, sich aber wie eine Limousine reitet. Mein großer Hibbel-Schimmel. Er wurde mir schon mit einem „Capri und du würden super zusammen passen“ zugesprochen. 🙂
  • Und Ducati, der immer ganz genau wissen möchte, was Mensch denn da nun an ihm rumzuppelt und in seinem jugendlichen Leichtsinn auch gerne mal ein paar Flausen im Kopf hat. Oder meine Reitjacke zwischen den Zähnen. Nur, um mich auf meinen energischen Protest hin ganz unschuldig anzuschauen, als sei er das liebste Pferd der Welt. Knuffig.

Die drei Schnuffels machen mir ganz schön große Freude und bereichern mein Leben sehr.

Julia goes Coaching reloaded! – a.k.a. Sinn & Berufung

Doch genug von „meinen“ Pferden, bleiben wir bei Dingen, die mein Leben bereichern. Den womöglich spektakulärsten Neuanfang in diesem Jahr möchte ich nicht unerwähnt lassen: meine Ausbildung zur systemischen Coach in Verbindung mit Changemanagement (Veränderungsmanagement). Ei, mein Herz wird weit beim Gedanken an die spannenden Themen, die ich lernen darf, die vielen tollen Menschen, die seither neu in mein Leben gekommen sind und was sich daraus auch beruflich entwickelt hat. Platt gesagt: next Level! 🙂

Diese neue Tür konnte ich nach über 10 Jahren, die dieser Wunsch nun schon in meinem Kopf herumspukt, nur aufstoßen, als etwas anderes dieses Jahr begann: mein aktueller Job als Team und Agile Coach – eine einmalige Stelle innerhalb des Konzerns, die ich mit sehr viel Herzblut ausfülle. Und ich habe dieses Jahr auch mein Herz fürs Mentoring entdeckt – meine ersten beiden Mentees über MentorMe und eine Dritte in meinem Job zu begleiten hat mir unfassbar viel Spaß gemacht. Frei nach meinem Coaching-Motto aus dem Schwedischen: „uppåtpuff“ – jemandem einen kleinen Schubs nach oben geben. #Frauenpower

Doch damit nicht genug: ich bin super stolz und dankbar, euch an dieser Stelle schon einmal meine neue Webseite zu spoilern, die bereits online ist, aber aus organisatorischen Gründen erst ab Februar 2026 wirklich Einzug in meinen Alltag haben wird. Schaut doch mal bei https://coaching.julia-kalder.de/ vorbei – mein offizieller Einstieg in den Coaching-Markt. Damit verwirkliche ich meinen Traum, nebenberuflich Menschen begleiten und coachen zu dürfen. Wie grandios ist das denn?!

Was begleite / coache ich? Ich unterstütze euch dabei, aus Kopfchaos wieder Klarheit zu machen – mit Struktur, Tiefe und einem Plan, der zu euch passt. Im Coaching schaffen wir einen sicheren Raum, in dem ihr sortieren, fühlen, entscheiden – und ins Handeln kommen könnt.

Was mich von anderen Coaches unterscheidet? Meine Biografie. Meine einmalige Mischung aus Hard Skills wie IT-Studium, agilem Projektmanagement, Erfahrungen als Team und Agile Coach in der Personalabteilung. Und Soft Skills wie Empathie, Geduld, Feinfühligkeit, Ruhe und natürlich die Erfahrung meiner Transition. Und ich denke, die Rückmeldungen einiger meiner Coachees (Namen anonymisiert) sprechen für sich:

Testimonials einiger meiner Coachees

Damit greife ich dem Ausblick auf 2026 schon ein wenig vor, aber es an dieser Stelle gesagt, dass ich mir ein Loch in den Bauch freue, sobald dieses neue Kapitel für mich beginnt. Wenn ihr 2026 auch an einem Wendepunkt oder vor einer Herausforderung in eurem Leben steht: schaut gern hier vorbei und schreibt mir.

Erlaubt mir, bevor wir zum nächsten Themenkomplex kommen – ja, das ufert hier heute hart aus – noch eine abschließende Bemerkung zu etwas, was mir dieses Jahr abverlangt hat, um die Neuanfänge Realität werden lassen zu können: 2025 war für mich eine Frage des langen Atems! Nicht nur, dass es über 10 Jahre dauerte, bis der richtige Moment für meine Coaching-Ausbildung gekommen war, auch die Regelung des Nachlasses zog sich zäh wie Kaugummi. Und nicht nur einmal hatte ich keine Lust mehr. Doch 2025 hat mir deutlich vor Augen geführt, dass manche Dinge im Leben einfach ihre Zeit brauchen und das Gras nicht schneller wächst, wenn man dran zieht. Et kütt, wie et kütt!

Freundschaften & liebe Menschen

Seit meiner Transition fühlt sich mein soziales Netz ein bisschen an wie ein Mobile. Da ist ganz viel Bewegung drin, viel mehr als früher. 2025 hat sich der „harte Kern“ gesetzt und herauskristallisiert – wie das Zentrum eines Mobiles. Gerne erinnere ich mich an unsere gemeinsamen „Chill & Grill“-Tage, Einzelgespräche, Nachmittage auf der Couch, Spaziergänge am Rhein, Kulturabende, die monatlichen Treffen „meiner“ Rhein*Bows und vieles mehr. I love you all! <3

An den äußeren Zweigen meines Mobiles ist aber weiterhin mitunter ganz schön was los. Freundschaftliche Beziehungen haben sich weiterentwickelt, vorherige Bekanntschaften wurden vertrauter. Und genauso gab es alte Baustellen und einen großen Knall Mitte des Jahres, der mich sehr getroffen hat. Es fühlte sich nach einem Ende an, vielleicht war aber auch das wieder nur ein Neuanfang. Next Level. In diesem Punkt hat mir ein Coaching mit einem Peer Coach aus meiner Ausbildung die Augen für eine neue Perspektive geöffnet, die ich schlicht vorher nicht sehen konnte. Das hat meine gesamte Einstellung zu dieser einen Freundschaft umgekrempelt. Danke, 2025, dass ich das lernen durfte.

Wo wir bei anderen Perspektiven sind: mehrfach kamen in diesem Jahr Menschen aus dem Bekannten- und Freundeskreis meiner Familie auf mich zu und waren hellauf begeistert, mich „endlich mal persönlich zu treffen“. Man „habe ja schon so viel von mir gehört“. Zuletzt gestern auf einer lokalen Kulturveranstaltung. Ich war (mehrfach) überfahren von dem positiven Ansturm auf meine Person, obgleich ich mein Gegenüber noch gar nicht kannte. Jemand sagte mir gestern augenzwinkernd: „So ist das, wenn man berühmt ist.“ Nein, das ist natürlich Spaß, aber so fühlt sich das vermutlich an.

Hierbei ging es vielmehr darum, dass meine Mutter – vor allem zu Zeiten meiner Transition – sehr aktiv in ihrem Netzwerk geteilt hat, was da gerade bei mir los ist. Weil sie das natürlich auch selbst sehr beschäftigte. Und das Thema fand breites Interesse und Zuspruch, so dass nun immer wieder Menschen nachfragen, wie es mir denn geht, obgleich sie mich nur aus Erzählungen kennen. Ein bisschen skurril das Ganze, aber auch schön. Ich freue mich sehr über das Interesse der Menschen an dem Thema und leiste da immer wieder gerne Aufklärungsarbeit, bin sichtbar mit dem Thema und hoffe, damit die Welt zu einem etwas verständnisvolleren Ort zu machen.

Ich bin voll die Leuchte – Julia beim Filmdreh als Lichtassistenz

Apropos skurril, verständnisvoll und liebe Menschen: an dieser Stelle möchte ich noch kurz meinen Besuch beim Filmdreh von „Pension Transbacher“ einflechten, bei dem ich ganz viele tolle, liebe und bunte Menschen kennenlernen durfte. Als Lichtassistenz habe ich den Dreh hautnah miterleben können, hatte sehr viel Spaß und darf zum Staffel-/Serienfinale im Januar 2026 wieder dabei sein. Ich freu mich drauf!

Die Folge „Todsünden“ ist leider noch nicht veröffentlicht worden (ihr werdet meinen Namen im Abspann finden ;-)), aber schaut doch gerne mal bei den Transbachers auf Youtube oder Amazon Prime Video vorbei. Definitiv „Special Interest“, aber seit ich die Menschen vor und hinter der Kamera kenne, verpasse ich keine neue Folge. 😉

„Pension Transbacher“ bei Youtube

Sichtbarkeit

Vor der Kamera war ich dieses Jahr auch einige Male, was mich auch schon direkt zum Themenkomplex der Sichtbarkeit bringt. In dieser Hinsicht war 2025 ein Schritt aus der Komfortzone für mich. Neben den eben angesprochenen Einzelgesprächen mit Bekannten, traute ich mich im Juni in Berlin auf der Sticks & Stones auf die Bühne und hielt einen Vortrag. Auf dem CSD in Köln zitterte ich mich für das große Ganze durch den eisigen Regen, sprach im August beim Virtual Roundtable über trans-Themen und legte beim diesjährigen Learning Festival auf der Arbeit zusammen mit einer Kollegin einen ganz passablen Auftritt unter dem Motto „Den Berg besteigen – wie wir große Herausforderungen meistern“ hin.

Unsere Bühne kurz vor dem Auftritt

Jedes einzelne Event war ein gewisser Angang für mich, da ich eigentlich nicht gerne vor Menschen spreche. Aber es wird immer wieder angefragt und viele Menschen scheinen hören zu wollen, was ich zu sagen habe. Das ehrt mich. Und darum werde ich im Sinne meines Slogans „Agilist at heart, Leader in Transformation, Advocate for positive change.“ (deutsch in etwa: Agilistin aus Leidenschaft, Vorreiterin in Sachen Transformation, Verfechterin positiver Veränderungen) auch fröhlich damit weitermachen. Erste Anfragen stehen schon auf meiner Liste. 🙂

Einen Downer hab ich aber noch für euch, bevor die Stimmung wieder heller wird. Kurz vor der Bundestagswahl im Februar hatte jemand bei uns in den Straßen Zettel mit rechten Hetzparolen aufgehängt, die mich rasend wütend gemacht haben. Zur Sichtbarkeit – und für meinen eigenen Einsatz für die Demokratie – gehörte damals aber auch, die Zettel zusammen mit meiner Tochter zur Polizei zu bringen. So lernen sie und ich, wie mit derlei Fällen umgegangen wird. Leider wissen wir nicht, wie der Fall ausging. Sicher ist aber weiter eins:

Kein Raum für die AfD. Kein Raum für Nazis!

Weiter möchte ich das Thema an dieser Stelle gar nicht fassen, das würde den Rahmen sprengen. Es sei lediglich hiermit im Jahresrückblick erwähnt, da es mich sehr bewegt hat und auch weiterhin tief bewegt.

Kulturjahr 2025

2025 war ein wirkliches Kulturjahr für mich. Friedemann Weise, Christian Ehring, Shakespeare’s Sommernachtstraum, Sherlock Holmes im Theater, ein Konzert des Kyiv Symphony Orchestra, Planet Ozean in Oberhausen, lit.RUHR mit Ralph Caspers, Star Trek Event mit Dan Curry und natürlich das oben angesprochene Bosse-Konzert…wow. Da ist ganz schön was zusammengekommen. Und doch könnte ich mir vorstellen, diesen eher kleinen Zweig meiner Selbst im kommenden Jahr noch weiter auszubauen. Ich hatte bei jedem einzelnen Event großen Spaß. Energiefüller allesamt. In einem Coaching würde ich all das als meine Ressourcen bezeichnen. Dinge die mir gut tun, auch weil ich sie mit meinen Lieben zusammen machen darf. 🙂 Und genau das waren sie: Ressourcen. Kleine wie große.

Apropos Ressourcen

Dieser Punkt sollte hier auch noch Berücksichtigung finden…da sie (auch) erklären, warum es mir Ende 2025 ganz gut geht. Es waren ganz oft die kleinen Begegnungen im Alltag, liebe Worte zwischen Kolleg*innen. Aber auch manchmal die etwas größeren Events. Unsere traumhafte Alpaka-Wanderung durch die Eifel. Abenteuer im Kletterwald mit meinen Kids. Die gerettete Taube vor unserer Haustür. Urlaub im Chiemgau und in unserem zweiten Zuhause, einem Familienbauernhof im Oberallgäu. Eisgrillen mit der Family. Wow…so ein reiches Jahr!

Gesundheit

Disclaimer zu diesem Absatz: das im Folgenden Beschriebene ist mein individueller Weg, keine Empfehlung.

Seit dem Ende meiner Transition ist es in Sachen Gesundheit auf diesem Blog etwas ruhiger geworden. Denn in Punkto Hormone, OPs und so weiter hat sich alles eingependelt. Alltag. Easy. Ich bin zufrieden. Womit ich im Laufe von 2025 allerdings ganz und gar nicht zufrieden war, war mein Gewicht. Nicht aus Gesichtspunkten eines Schönheitsideals, sondern aufgrund meiner langfristigen Gesundheit.

Seit ich 2020 mit der Einnahme von Östrogen begonnen hatte, kannte mein Gewicht nur eine Richtung: nach oben. Fast 15kg sammelten sich da im Verlauf der 5 Jahre an, so dass sogar mein Arzt mir schon ganz charmant darlegte, ich solle doch vielleicht mal ein paar Kilos abnehmen. Thanks, Doc! 🙂 Allein es fehlte mir die Kraft und der richtige Weg.

Es mag absurd anmuten, doch führten mich letztlich wochenlange Bauchschmerzen im Frühjahr langsam auf den Weg, der mich am Ende wieder auf mein ursprüngliches Gewicht bringen sollte. Wie sich schließlich herausstellte, rührten die Bauchschmerzen von einer Soja-Unverträglichkeit her, die sich seit meinem weitgehenden Verzicht auf Fleisch entwickelt hatte.

Da mit dieser Erkenntnis viele Fleischersatzprodukte von meinem Speiseplan gestrichen wurden, benötigte ich wiederum Alternativen. Und eine monatelange Suche nach einer passenden Ernährung begann. Die Suche leitete mich erst zum örtlichen Wochenmarkt, später zu meinem neuen Lieblingshofladen, wo ich regelmäßig kiloweise Gemüse kaufe. Mal davon abgesehen, kommt der Einkauf dort meiner persönlichen Plastikmüllbilanz sehr zu Gute.

Der Wendepunkt

Nachdem auch diese Anpassungen keine Wirkung zeigten, kam regelmäßiges Joggen mit meiner Reitlehrerin hinzu. Doch der wirkliche Durchbruch kam, als ich selbst wieder zu mehr innerer Kraft fand und den Entschluss fasste, schlicht und ergreifend Kalorien zu zählen. Simple as that. Und mir denn – im Rahmen des Erlaubten – weiterhin alles an Essen zu erlauben, um den Spaß daran nicht zu verlieren.

Was geschah, war sehr spannend für mich: anfangs dachte ich, ich verhungere. Spoiler: tat ich nicht. Dann gegann ich, meine Ernährung weiter so umzustellen, dass ich vornehmlich Dinge aß, die lange satt halten, aber vergleichsweise wenige Kalorien haben. Gemüse, Vollkorn, ihr kennt das alles.

Und heute? Heute trage ich endlich wieder ein Kleid, das ich lange Zeit nicht anziehen konnte. Und ich fühl mich sauwohl damit. Und auch Weihnachten kann mich nicht schrecken, denn ich habe meine Ernährung ganz gut im Griff, denke ich. Sie erfordert etwas Disziplin, keine Frage. Aber das ist es mir wert.

Und wisst ihr was? Ich habe das Gefühl, dass sich dieses Jahr sehr viel, was durch die Transition ins Wackeln geraten ist und einen neuen Platz oder einen neuen Umgang in meinem Leben finden möchte, diesen Platz gefunden hat. Zunächst war ich etwas geschockt, wie viel mehr unbewusster Themen diese persönliche Reise noch aufgeworfen hat, but I’m getting there. Das Leben fühlt sich – bei allen Herausforderungen – gerade sehr stimmig für mich an. Richtiger Weg und so. 🙂

Bunte Zeilen Monheim am Rhein

Mit dieser Erkenntnis möchte ich euch nun in den Rest des Jahres und die anstehenden Feiertage entlassen. Jedoch nicht, ohne vorher noch auf etwas hinzuweisen, was dieses Jahr bei all dem Leben, was da passiert ist, liegengeblieben ist und was eigentlich nach den Rauhnächten 2024/2025 „mein Job“ gewesen wäre: mein Buch über die Transition sollte eigentlich zu diesem Zeitpunkt fertig sein. Ist es nicht. Daher habe ich die Schreibwerkstatt „Bunte Zeilen Monheim am Rhein“ ins Leben gerufen. Bislang stottert der Motor noch ein wenig mangels Teilnehmenden, aber ich hoffe, dass mir 2026 da ein wenig freundlich unter die Arme greifen wird. 😉

In diesem Sinne, meine Lieben. Habt erholsame Feiertage und kommt gesund und munter ins neue Jahr! Ich freue mich, auch dann wieder zahlreich von euch zu hören.

Alles Liebe,
eure Julia

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