Wie Trans*Inklusion in der Praxis aussehen kann

Kinder in der Schule

Es gib bekanntermaßen tonnenweise Missstände in Bezug auf den öffentlichen Umgang mit trans Personen in Deutschland – diese alle aufzulisten, würde wohl den Rahmen sprengen. Doch heute möchte ich von einer Erfahrung berichten, die ich einfach nur als “vorbildlich” beschreiben und lobend erwähnen möchte!

Konkret geht es um einen Termin zur Schulanmeldung meiner Tochter. Nun ist es ja nicht ungewöhnlich, dass manche öffentliche Stellen mit meiner Transidentität nicht so ganz zurecht kommen und es bei offiziellen Terminen gerne mal zu mindestens irritierten Blicken und komischen und / oder unbeholfenen Situationen kommt. Doch nicht so in diesem Fall! Aber ich möchte nicht vorgreifen, lest selbst die eMail, die ich im Nachgang an das Sekretariat schickte:

Betreff: Großes Lob!

Liebe/r xxx,

ich möchte mich sehr herzlich bei Ihnen bedanken und ein großes Lob aussprechen!

Diese Woche waren wir mit unserer Tochter xxxxx bei Ihnen zur Schulanmeldung.
Bei verschiedenen Behörden, anderen Schulen etc. habe ich durch meine Transidentität in der Vergangenheit oft Verwirrung, Probleme und unangenehme Situationen erleben müssen.
Entgegen dessen machte Ihr entspanntes und selbstverständliches Vorgehen den gesamten Anmeldetermin in Ihrem Hause zu einer wirklich positiven Erfahrung für mich! Alles wirkte routiniert und wie das Normalste der Welt (was es eigentlich auch sein sollte).
Besonders hervorheben möchte ich Herrn XYZ, der abschließend noch kurz in die Unterlagen schaute, um für den künftigen Schriftverkehr die richtige Anrede sicherzustellen. Ganz einfach und sehr respektvoll.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Vielen Dank für diesen vorbildlichen und respektvollen Umgang mit unserer Situation als Regenbogenfamilie und speziell meiner nicht ganz alltäglichen Situation als transidente Person!
Das Leben queerer Menschen in Deutschland wäre einfacher, wenn es mehr Menschen wie Sie gäbe. Bewahren Sie sich diesen offenen Umgang mit Menschen.

Herzliche Grüße
Julia Kalder

Auf diese eMail hin erhielt ich auch postwendend eine freundliche Antwort:

Liebe Frau Kalder,

vielen Dank für Ihre nette Nachricht und wir freuen uns über Ihr Lob, in der Regel erfolgen Rückmeldungen nur, wenn nicht alles wunschgemäß verlief.

(…)

Herzliche Grüße

Eigentlich war meine eMail keine große Sache, die Antwort zeigt jedoch, dass sich selbstverständlich auch Mitarbeiter*innen an Schulen über ein paar freundliche Worte freuen. Wie wir alle. Mir scheint, das geschieht generell viel zu selten.

Ganz ehrlich, ihr Lieben: lasst uns diese Form der Feedback-Kultur weiter ausbauen und beleben. Denn am Ende gewinnt das Miteinander!

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