Erding

So langsam fühlt es sich so an, als würde München und sein Umland zu meiner zweiten Heimat. Denn morgen sehen wir uns wieder, die Stadt an der Isar und ich.

Meine GaOP liegt nun schon fast 7 Monate zurück…die Zeit rast. Wie ich ja schon früher schrieb, kämpft mein Körper noch immer mit dem richtigen Maß an Hormonen. Wie es um die bestellt ist, klärt sich jedoch frühestens nächste Woche beim CheckUp der Blutwerte.

Morgen hingegen fahren eine Freundin und ich nach Erding – sie zum Vorgespräch der GaOP und ich zur Nachkontrolle. Da ich keine Beschwerden habe und immer weiterhin brav bougiert habe, erwarte ich keine Besonderheiten, vielmehr möchte ich den Termin nutzen, um die Korrektur-OP zu besprechen und mir einen Termin geben zu lassen. Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten mit der geplanten Haartransplantation wird das Ganze wohl noch bis Februar nächsten Jahres auf sich warten lassen. Aber so furchtbar dringend ist es auch nicht – ich bin deutlich gelassener geworden, was das betrifft. Ja, die großen Vulvalippen haben bei der OP etwas viel Gewebe abbekommen und sollten etwas gestrafft werden. Das ist aktuell nichts, was mich nennenswert belastet, aber da die Korrektur-OP ohnehin seitens der Kostenzusage mit abgedeckt war, werde ich dieses Angebot nutzen – denn sonst würde ich mich den Rest meines Lebens ärgern, es nicht getan zu haben. Ich denke, all diese Gedankengänge habe ich bereits vor Längerem ausführlicher hier behandelt.

Nun, jedenfalls steht morgen also ein Roadtrip auf dem Programm. Und obgleich es vermutlich arg anstrengend wird, da ich unterwegs werde arbeiten müssen und es am Mittwoch nach dem Kontrolltermin schon wieder heim geht, freue ich mich darauf, die „Stadt meiner Wiedergeburt“ wiederzusehen. Auch das schrieb ich ja schon früher: seit der OP verbindet mich etwas sehr tief in meinem Herzen mit dieser Stadt, seither hat sie eine besondere Bedeutung für mich.

Dort treibest du dahin, oh du wunderschöne Rose von Jericho…

Ich wünschte, ich hätte mehr über die Transition zu berichten, aber aktuell passiert in der Richtung einfach nicht viel. Der Alltag hat mich wieder, die Arbeit macht unheimlich viel Spaß. Ich merke, dass mir der persönliche Austausch im HomeOffice dann doch gefehlt hat. Jedenfalls sind wir wahnsinnig kreativ und produktiv zusammen – das gibt mir viel Energie.

Wobei das mit dem „es passiert nicht viel“ nicht stimmt. Es passiert unheimlich viel, unter anderem haufenweise Situationen, in denen ich im Alltag als Frau gelesen und behandelt werde. Wisst ihr noch, wie ich die kleinsten Erlebnisse vor einigen Monaten noch gefeiert habe? Sie freuen mich heute noch genauso, aber der Unterschied ist, dass sie mittlerweile mehr oder minder zur Gewohnheit geworden sind – ausgenommen sind natürlich solch besondere Vorkommnisse wie mit meiner Kollegin letzte Woche. 😀
Die kleinen Erlebnisse erscheinen mir jetzt nach über 2 Jahren Transition einfach nicht mehr so bedeutsam, dafür bin ich einfach schon zu weit gekommen. Sie waren bei ihrem ersten Auftreten unheimlich bedeutsam, doch wie das so üblich ist, gewöhnen wir uns schnell an Dinge, die häufiger geschehen. So auch in diesem Fall. Und obgleich ich sie in Artikeln in der Regel nicht mehr für sonderlich erwähnenswert halte, bin ich für diese Entwicklung total dankbar. Denn es zeigt, wie sehr ich mich in dieser Zeit weiterentwickelt habe und mein Leben Schritt für Schritt zu einer neuen Normalität und ich mehr und mehr zu einem neuen Selbstverständnis finde.

Trotz der weiterhin vorhandenen Nachwirkungen der GaOP und allem, was noch vor mir liegt, könnte ich gerade glücklicher nicht sein, diesen Weg beschritten zu haben. Wie ich das früher nur alles ausgehalten habe?! Au weia.

Das ist schon ganz schön cool alles…

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