Gelbe Krokusse im Schnee

Meine Auszeit nach der GaOP geht mit dem heutigen Tage zu Ende. Passend zum Weltfrauentag als Zeichen des Neubeginns. Eine kurze Bestandsaufnahme.

Sieben Wochen ist meine GaOP nun schon her. Alles ist also eigentlich noch ziemlich frisch und neu, aber so fühlt es sich gar nicht an. Selbst lästige Dinge wie das Bougieren sind mittlerweile Alltag und in nicht allzu ferner Zukunft geht’s schon fast wieder Richtung Erding zwecks Kontrolltermin bei Dr. Taskov.

Passend zum letzten Krankheitstag stand heute ein Kontrolltermin bei meinem Gynäkologen im Terminkalender. Ich hätte eigentlich recht früh aufstehen müssen, um meine Morgenroutine vorher abgearbeitet zu bekommen, doch durch meinen über Wochen verschobenen Tagesrhythmus (wir erinnern uns: ich bin Typ „Eule“) entschied sich mein Körper, meine beiden Wecker schlicht und einfach zu überhören. Zeitlich desorientiert wurde ich keine 90 Minuten vor meinem Arzttermin wach und war sofort im Stresstunnel. Bougieren musste auf den Nachmittag verschoben werden, der erste Kaffee fiel aus und nur das Nötigste konnte ich noch erledigen. Dass dabei der Mascara zwangsläufig im Auge und nicht an den Wimpern landete, ist wohl kaum einer Erwähnung wert. Hastig duschend fiel mir dann noch ein, dass es mein Auto schwer nach Benzin dürstete. Mist, ich musste noch Tanken, sonst würde ich gar nicht erst zum Doc kommen! ARG!!! Ich hasse Zeitdruck! Und dann auch noch diese Preise von über 2 Euro pro Liter. Danke für nichts, Putin!

Zu meinem eigenen Erstaunen schaffte ich es trotz allem pünktlich auf die Minute vor die Praxistür, konnte tief durchatmen, klingelte und ließ den kurzen Kontrolltermin über mich ergehen. Gyn-Stuhl und so. Ihr wisst schon.
Die gute Nachricht ist: mein Arzt war sichtlich überrascht über den guten Heilungsfortschritt. Es sei schon fast alles abgeheilt, meinte er. Yey! 🙂
In Bezug auf meine wunde Stelle an einer Narbe erhielt ich Panthenol Wund- und Heilcreme, die laut meinem Gyn auch zum Bougieren taugt. Liebe Transfrauen post OP: lasst das, ist ne blöde Idee! Die Creme ist recht zäh und sorgt – ich muss das leider so deutlich sagen – in Verbindung mit dem Bougierstab innerlich für einen Unterdruck, so dass das Beenden des Bougierens recht unangenehm ist, bis es endlich PLOPP macht. Ewwwwww!
Also: doch nur äußere Anwendung. Möge es helfen!

Beruflicher Wiedereinstieg

Mit gemischten Gefühlen blicke ich auf den morgigen Tag. Durch das morgendliche Bougieren klingelt mein Wecker noch viel, viel früher als heute und dann geht’s direkt wieder mit Vollgas in den beruflichen Alltag. Zwar freue ich mich total, all die lieben Menschen wieder zu sprechen, ich ahne jedoch, dass ich von liegengebliebenen Problemen überflutet werden dürfte. Puh!
Zudem weiß ich noch nicht, wie ich meinen Arbeitstag rein körperlich gestalten werde. Ich habe mich gestern und heute testweise mal eine Weile mit Sitzring an den Schreibtisch gesetzt, mich kopfüber mit meiner Elfin in das Abenteuer von „Baldur’s Gate 3“ (ein Rollenspiel) gestürzt, musste aber nach spätestens einer Stunde aufgeben. Die Schmerzen waren einfach zu groß. Wahrscheinlich bleibe ich morgen einfach mit dem Laptop im Bett oder auf der Couch. HomeOffice sei dank! Einen Tag im Büro würde ich beim besten Willen nicht überstehen. Wenigstens wird der Tag dank fehlender Logopädie-Verordnung terminlich etwas entzerrt. Obwohl das für meine Stimme nun wirklich nicht von Vorteil ist.

Durch den harten Wechsel morgen merke ich, wie schwer es mir fällt, bei mir zu bleiben, die Balance zu halten. Die vergangenen Wochen waren von so viel Selbsterfahrung und Neuem geprägt, erfahrungsgemäß werden diese Dinge beruflich bedingt etwas in den Hintergrund treten. Offen gestanden gefällt mir das nicht, aber gleichsam ist mir klar, dass ich meinen Weg zurück ins Leben und in den Alltag gehen muss und kann. The show must go on! Aber es ist hart, wirklich hart.
Meine neu aufkeimende Energie der vergangenen Tage hat sich heute wieder zurück gezogen, eine gewisse Mattheit und Antriebslosigkeit prägt den heutigen Tag. Die Wundschmerzen sind auch wieder stärker und zwingen mich zum Liegen. Blöd.

Doch ich sehe den morgigen Start erst einmal als Versuch, ob ich tatsächlich schon soweit bin. Mein Frauenarzt bot mir jedenfalls an, mich weitere 2 Wochen krankzuschreiben. Das lehnte ich aus verschiedenen Gründen erst einmal ab, behielt mir diese Option aber offen – sollte es mir noch nicht gut genug gehen und mich das alles noch überfordern.

Note to myself: You got this, girl! 

PS: All meinen Leserinnen wünsche ich einen zauberhaften Weltfrauentag!

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