Konfettiberliner

Heute. Autofahren. 3 weitere Wochen. Selbstfürsorge. Konfetti.

Puh, gerade liege ich etwas geschafft auf meinem Bett, den Laptop auf dem Schoß und lasse den Tag nochmal an mir vorbeiziehen. Es war vergleichsweise viel los und sehr viele Eindrücke strömten auf mich ein. Das war anstrengend.

Besonders merkte ich das beim Autofahren. Das erste Mal nach etlichen Wochen. Denn heute stand ein Checkup mit meinem Frauenarzt auf dem Programm. Dafür musste ich knapp 30 Minuten mit dem Auto fahren. In Bezug auf das Sitzen klappte das überraschend gut, auch ohne Sitzring. Schon als meine Eltern mich vergangene Woche von der Bahn abgeholt hatten war mir aufgefallen, wie vergleichsweise bequem die Autositze nach der GaOP sind. So auch in meinem Auto.
Während der Fahrt fiel mir aber auch auf, dass ich neben meiner körperlichen Verfassung auch in Sachen Aufmerksamkeit noch nicht wieder bei 100% bin. Zwar konnte ich auch weiterhin sicher fahren, dennoch bemerkte ich einen etwas eingeengten Wahrnehmungshorizont und leicht verzögerte Reaktionen. Vielleicht bedingt durch die Schmerzmittel. Lange Strecken sollte ich also vermutlich aktuell noch nicht fahren, obwohl das laut Packungsbeilage kein Problem sein sollte.

Beim Arzt angekommen erlebte ich – mal wieder – ein spannendes „erstes Mal“: das Sitzen auf dem mysteriösen Gynäkologenstuhl. Offen gestanden verstehe ich die allgemeine Aufregung darum nicht. Das Ding ist echt bequem und so lange man die Situation auf sachlicher, medizinischer Ebene betrachtet (was ich ziemlich gut kann), finde ich es auch keineswegs unangenehm, vor einem anderen Menschen „die Beine breit“ zu machen. Alles easy.

Mein Arzt war bei dem Checkup jedenfalls sehr zufrieden mit dem Heilungsprozess und es steht zu hoffen, dass die noch immer abgestoßene Wundflüssigkeit in wenigen Wochen der Vergangenheit angehören dürfte. 7 – 8 Wochen nach der OP scheint offenbar ein solider Erfahrungswert zu sein. Jedenfalls nutzte ich im Anschluss die reduzierte Menge der Wundflüssigkeit der vergangenen Tage dafür, ab sofort tagsüber die klobigen und teuren Wöchnerinneneinlagen im Schrank zu lassen und auf normale Damenbinden umzusteigen. Das steigert direkt den Tragekomfort um ein Vielfaches. Auch das war heute ein erstes Mal, als ich etwas erschlagen von der Vielfalt im Supermarkt stand und nach einer passenden Packung Damenbinden forschte. Ein kleiner Leitfaden mit Farbcodierung am Regal machte mir die Auswahl dann aber doch recht leicht. Vielen Dank dafür!

Doch trotz – oder gerade wegen – all der positiven Entwicklungen schrieb mich mein Arzt für weitere 3 Wochen krank. Damit hatte ich in der Länge nicht wirklich gerechnet, bin aber dennoch ganz froh darüber, da mich viele Dinge weiterhin sehr anstrengen. Körperlich und mental. Die heutige Autofahrt war ein deutliches Beispiel dafür.

Nach meiner erfolgreichen Shopping Tour im Supermarkt, die sich mit den Damenbinden übrigens erstaunlich natürlich anfühlte und mich fast ein bisschen stolz machte, rauschte ich zunächst am benachbarten Bäcker vorbei. Im Augenwinkel funkelte mir etwas Buntes entgegen, so dass ich einfach umkehren musste. Die spontane Idee von „ich tue mir jetzt was Gutes“ ergriff mich, ich gönnte mir einen super leckeren „Konfettiberliner“ und genoss ihn daheim mit einem heißen Kaffee. Mjam! #SoulFood

So, für heute war das nun wirklich genug Action und genug Details, über die normalerweise wohl niemand spricht. Oder wer thematisiert schon offen „Damenbinden“, „Gynäkologenstühle“ oder „Wundflüssigkeit“? 😉
Nun…in diesem Blog dürft ihr von solchen Themen lesen. Die damit verbundene Scham finde ich ohnehin etwas befremdlich…ich plädiere für mehr Offenheit und Natürlichkeit! 

Naja, jedenfalls bin ich tief zufrieden und froh, heute einfach ein paar alltäglichen Tätigkeiten nachgegangen zu sein. Es sind eben die kleinen Dinge, die den Tag bereichern. 🙂

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