Damen WC

Der gestrige Tag hielt Gutes und weniger Gutes für mich bereit. Heute fahre ich daher etwas härtere Geschütze auf, höhö.

Ich hatte erst vor, gestern Nachmittag diesen Beitrag zu verfassen, doch arge Müdigkeit überkam mich und so schlief ich eine ganze Weile.
Im Folgenden muss ich leider auf ein paar weniger appetitliche Details der post-operativen Phase eingehen, denn ich finde, gerade für andere Betroffene ist es hilfreich zu wissen, was euch erwarten kann. Zart besaitete Gemüter mögen den heutigen Beitrag also vielleicht eher überspringen.

Der gestrige Morgen brachte zunächst gute Nachrichten und Fortschritte: mein Stent, also eine Art Platzhalter, der die Neovagina in den ersten Tagen stabilisiert, werde entfernt, was unmittelbar den etwas unangenehmen inneren Druck reduzierte und weitaus weniger schmerzhaft war, als ich befürchtet hatte. Außerdem durfte ich wieder mit meinen Hormonen beginnen, sowie das Androcur (Testosteronblocker) absetzen.

Dann und wann wanderte ich ein wenig auf der Station herum, um meinem Körper etwas Bewegung zu verschaffen, meinen Rücken zu entlasten und vor allem: meine Verdauung wieder auf Kurs zu bringen. Denn durch das viele Liegen fuhr der Darm die Verdauung stark runter, was am Ende zu unschönen Bauchschmerzen und einer Art Verstopfung führte. Das machte mir gestern wirklich etwas Sorgen, denn egal was ich tat, mein Körper bliebt im Dornröschenschlaf, obwohl ich hier zum Frühstück ein unterstützendes Medikament bekomme. Außerdem hatte ich etwas Sorge, dass durch den vollen Darm die noch recht frischen Wunden irgendwie beeinträchtigt werden könnten (das scheint aber nicht der Fall zu sein).
So vereinbarte ich abends mit einer der Schwestern, dass ich heute ein Medikament mit mehr „Durchschlagskraft“ bekommen könnte. Dennoch musste ich die Nacht noch irgendwie durchhalten, um selbige nicht komplett auf der Toilette verbringen zu müssen. Doch das quittierte mein Bauch gegen 04:15 Uhr damit, mich nicht mehr schlafen zu lassen. Also hörte ich Radio, bis es das Frühstück und damit verbunden die Medikamente gab. Da die Wirkung aber 4 Stunden auf sich warten lässt, hänge ich jetzt hier rum und warte, dass mein Bauch wieder klar kommt. Immerhin die Schmerzen haben weitgehend nachgelassen.

Abgesehen von diesen etwas lästigen Nebenbaustellen geht es mir aber gut. Ich kann mich zusehends mehr bewegen, bin nun auch meine Infusionsnadel los, über die ich 3 Mal täglich Antibiotika bekommen hatte. Ergo: weniger Einschränkungen und auch weniger Medikamente, die den Körper belasten.

Unterm Strich läuft also alles sehr gut, braucht aber natürlich Zeit.

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