Schlafender Fuchs

Meine drei Schlagworte für den heutigen Tag: #Aufregung, #Zufriedenheit und #Belohnung. 

Ja, richtig geraten. Heute dreht sich naturgemäß nochmal alles um die aktuell laufende Bewerbung und die Art und Weise, im Vorfeld der GaOP mit dieser Zusatzbelastung irgendwie umzugehen. Doch lasst mich ein wenig ins Detail gehen:

Gestern Abend war ich mir wirklich nicht sicher, ob ich meine heutige Präsentation beim Jobinterview zu meiner Zufriedenheit hinbekommen würde. Um das Ergebnis aber vorweg zu nehmen: ich bin echt zufrieden und auch ordentlich stolz darauf, was ich trotz des nervenaufreibenden Prozesses in den vergangenen drei Tagen geschaffen habe, bin froh, mich trotz Allem durchgebissen zu haben, nicht aufgegeben zu haben. Denn das heutige Gespräch lief sehr gut. Die Präsentation war flüssig, auf den Punkt und auf die Rückfragen konnte ich ohne Umschweife antworten.

Gut gemacht, Julchen! Sehr gut gemacht! :-*

Manöverkritik

Ich würde nun noch gerne verstehen, warum es letztlich so lief, wie es lief. Und ich eben die Brocken nicht in die Ecke geworfen habe, obwohl mir oft genug danach zu Mute war. Daher möchte ich kurz einen Blick auf die Komponenten werfen, die es ermöglicht haben (könnten), diese heftigen Tage durchzustehen. Oder um das aktuelle Buzzword zu zitieren: Resilienz. Ich glaube, am Ende war es zu einem Teil meine tiefe innere Weigerung, eine Niederlage in Form eines Rückzugs hinzunehmen. Oder anders gesagt: der zwar stark angeknackste, aber dennoch ungebrochene Wille, dieses aus guten Gründen angefangene Thema zu einem würdigen Abschluss zu bringen.
Ein anderer, mindestens genauso wichtiger Teil war der mentale Rückhalt von einigen lieben Menschen, die sich mit viel Geduld mein Gejammer freiwillig anhörten und an mich geglaubt haben, als ich es nicht konnte.
Besonders toll fand ich die Hilfe meines befreundeten Kollegen, der sich Zeit nahm, sich meine Präsentation anzuhören, teils kritische Fragen aus Sicht der Adressaten zu stellen und Verbesserungsvorschläge zu machen.

Nachdem der letzte Durchgang heute früh erstaunlich gut klappte und mein Kollege das alles sehr überzeugend fand, ging ich eine Ecke entspannter in das gut 90-minütige Gespräch.

Was ich sehr schätzte war die Offenheit, mit der wir im Anschluss an die Präsentation auch über kritische Themen sprechen konnten. Und so erhielt ich tatsächlich eine ernstgemeinte Entschuldigung für die anfänglich falsche Einschätzung des Aufwandes für die Fallstudie. Auch andere Themen und potentielle Bedenken wurden offen diskutiert und konnten fast vollständig ausgeräumt werden. Der menschliche Umgang gefällt mir sehr gut.

Eine Entscheidung über die Stellenbesetzung ist nun noch nicht gefallen, alldieweil ich morgen noch ein weiteres Gespräch haben werde. Jedoch ohne Präsentation und kürzer. Dem blicke ich nach dem dicken Brocken heute eher gelassen entgegen. Wie es danach weitergeht, wird sich noch zeigen. Es gibt noch weitere Kandidaten und etwas Neues werde ich dann vermutlich erst in München und Tage nach der GaOP erfahren. Aber dem blicke ich völlig gelassen entgegen, denn geliefert habe ich heute und alles weitere überlasse ich nun dem Universum.

Entspannung

Insofern macht sich langsam Entspannung breit und ich merke, dass der heutige Termin der energetische Knackpunkt für mich war. Doch ich habe ihn überwunden und ich denke auch sehr gut gemeistert. Trotz der außerordentlichen Mehrbelastung vor der OP. Das gibt mir gerade einen riesigen Schub und zeigt mir, dass die zwischenzeitliche Panik nicht notwendig, aber dennoch irgendwie nützlich war, um mir meine Grenzen zu zeigen. So schnell möchte ich diese Art von Belastung nicht noch einmal erleben.

Als Belohnung gab es dann heute Abend ein leckeres Essen vom Lieferservice und viele versöhnliche Gedanken mir selbst gegenüber.

Jedenfalls kann ich mich nun gedanklich wieder langsam der OP zuwenden. Dinge erledigen, die in den vergangenen Tagen liegen geblieben waren. Mit etwas Wehmut meinen wunderschönen Weihnachtsbaum entsorgen zum Beispiel. Und mit dem aktuellen Schub im Rücken fällt mir das heute Abend alles eine ganze Ecke leichter.

Vorfreude

Und nun freue ich mich riesig auf die einsetzende Entspannung, wenn die OP geschafft ist. Das Lösen der Spannung in Bezug auf die OP selbst. Und vor allem auch das Lösen der Spannung in Bezug auf meinen Körper.

Worauf ich mich hingegen weniger freue sind die ersten Tage nach der OP, in denen ich keine Hormone nehmen darf und sogar noch Testosteronblocker bekommen werde. Ich erzählte ja bereits, dass diese Zeit und die anschließende Phase der „hormonellen Selbstfindung“ angeblich emotional sehr, sehr heftig sein können. Es ist also mit entsprechend dramatischen Blogartikeln zu rechnen. Bitte nehmt diese nicht ganz für voll, denn ich rechne damit, in der ersten Zeit hormonell bedingt nicht ganz zurechnungsfähig zu sein. 🙂 Aber ich weiß auch, dass super viele meiner Mitmenschen auf ihre Art für mich da sind und mich in dieser Zeit stützen werden. Daher halten sich meine Sorgen diesbezüglich eher in Grenzen.

So. Einmal tief durchatmen und den Tag langsam ausklingen lassen. Und zwecks noch mehr Entspannung wartet nun noch ein romantisches, grandios schaumiges und kuscheliges Entspannungsbad im Kerzenschein auf mich. #DateMitMirSelbst

Das habe ich mir heute ganz besonders verdient, glaube ich. 😉

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