Team

Hatte ich nach Ablenkung gefragt? Falls ja: erinnert mich das nächste Mal dran, meine Wünsche präziser zu formulieren!

Ich könnte gar nicht mal genau sagen, welches Gefühl heute überwog. Es gab wieder so viele. Jetzt im Augenblick herrscht eine Mischung aus Ärger, einer Scheiß-Egal-Haltung und einem gewissen Maß an Zuversicht vor. Seltsame Mischung. Der Ärger dreht sich wieder, ihr ahnt es schon, um die aktuelle Bewerbung. Ich muss das hier leider erneut thematisieren, denn ein Gutes hat sie ja schon: sie lenkt mich auf’s Heftigste von meiner Aufregung vor der GaOP ab. Ein deutlich geringeres Maß an Ablenkung in dieser Richtung wäre mir aber lieber gewesen.

Der Vollständigkeit halber hier der aktuelle Stand dazu:

Ich habe es irgendwie heute mit Hängen und Würgen bis 21 Uhr geschafft, meine Präsentation auf einen Stand zu bringen, der zwar nicht perfekt, aber präsentabel ist. Hier kommt die Scheiß-Egal-Haltung ins Spiel, denn ich denke, das muss nach 3 Tagen Vollgas für diese Aufgabe nun wirklich reichen. Falls nicht…dann halt nicht. Dann sollte es nicht sein. In diesen paar Folien stecken jedenfalls viele Gedanken und Ideen drin, die doch ein wenig Anerkennung verdienen, möchte ich behaupten. Daher rührt auch das bisschen Zuversicht für mein erstes Jobinterview morgen Nachmittag.
Der einzige Punkt, der mir aktuell noch die Stimmung verhagelt, ist der Ablauf der Präsentation selbst. Generell bereite ich mich vor wichtigen Präsentationen gerne sorgfältig vor, übe die Präsentation dutzendfach ein, damit ich sie fast wie im Schlaf halten kann. Das wird in diesem Fall nicht passieren. Der Ablauf ist freundlich ausgedrückt „holprig“, mein mir so wichtiger roter Faden fehlt noch, so dass Stand jetzt an keinen flüssigen Vortrag zu denken ist. Das wird wohl die eine Stunde Restzeit morgen Mittag richten müssen, die ich noch zur Verfügung habe. Und wenn nicht…naja, das hatten wir ja schon.

Ihr merkt vielleicht, von meiner anfänglichen Begeisterung für diese Stelle ist nicht viel übrig geblieben. Schade eigentlich. Doch was kann ich daraus lernen? War die Bewerbung übereilt? Das denke ich nicht. Denn ich ging von gänzlich anderen Voraussetzungen aus, die sich diese Woche in Wohlgefallen aufgelöst haben. Doch manche Dinge hätte ich ohne die Bewerbung gar nicht erst erfahren. Eine Sache haben mich die Geschehnisse dieser Woche aber doch gelehrt: es hätte mich stutzig machen sollen, dass ich bis zum Zeitpunkt der Stellenausschreibung keinerlei Bedürfnis hatte, mich anderweitig nach einem Job umzusehen. Ich hatte mich an sich damit ganz gut arrangiert, die Zeit meiner Transition in diesem gewohnten, unterstützenden und recht sicheren Hafen zu verbringen. Auf dieses Gefühl der Sicherheit hätte ich hören sollen, gerade im Hinblick auf die psychische Belastung vor der GaOP. Die hatte ich offen gestanden auch völlig unterschätzt, obwohl ich vorgewarnt wurde.

Vielleicht sollte ich einem gestrigen Radiobeitrag in Zukunft wieder mehr Folge leisten: kein Multitasking!
One thing at a time. Eins nach dem Anderen. Fokus.

Eigentlich witzig, dass ich als Scrum Master, Agile Coach und Projekt Managerin in diese blöde Falle hinein gelaufen bin. Dabei weiß ich es eigentlich besser. Das wird mir wohl eine Lehre sein…

Alte Verbindungen, neue Intensität

Lassen wir dieses heutige Chaos aber mal hinter uns und schauen auf die schönen Dinge, die geschehen sind.

In unserem heutigen Team Meeting, in dem jedes Teammitglied ein kurzes Update über die aktuellen und anstehenden Tätigkeiten geben sollte, konnte ich es vergleichsweise kurz halten: denn ich bin – von der Fallstudie mal abgesehen – eigentlich nur noch mit der Übergabe von Themen und der Vorbereitung meiner Projektteams beschäftigt, damit sie sich die nächsten Wochen weiterhin gut selbst organisieren und mich nicht brauchen. Ich äußerte aber auch meine Aufregung über den bevorstehenden Eingriff und ich bekam viele liebe Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen. Das sind die Momente, wo sich mein Team ein bisschen wie Familie anfühlt.

Auch schön war ein Telefonat mit einem Kollegen, der zwei Jahre in Kairo im Einsatz war und nun wieder zurück in Deutschland ist. Früher hatten wir nie wirklich viel mit einander zu tun. Wir verstanden uns zwar, führten aber in der Regel keine nennenswerten Gespräche. Heute war das ganz anders! Wir sprachen über seine Erfahrungen in Kairo und natürlich meine Transition. Auch er war super lieb und aufgeschlossen und ich nahm eine viel intensivere Verbindung wahr als damals. Das Gespräch war dermaßen munter, dass wir spontan abbrechen mussten, da die nächsten Termine schon begonnen hatten. Schön war das!

Alle freuen sich jedenfalls auf meine Rückkehr Ende Februar oder Anfang März und haben mir die besten Wünsche mit auf den Weg gegeben. Ernsthaft, da kann doch jetzt nix mehr schief gehen! 🙂

Und wie ich diese letzten Zeilen des Artikels schreibe, so wird mir bewusst, dass der doofe Ärger des Tages schon verflogen und gegenüber den schönen Momenten eigentlich bedeutungslos ist.

Ich bin froh, meinen positiven Blickwinkel wieder gefunden zu haben!

Namasté!

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