Büro

Ich weiß nicht mehr, wann es zuletzt geschah. Doch heute war es mal wieder soweit: ich verbrachte einen Tag im Büro.

Und was soll ich sagen?! Es war am Ende gar nicht so übel. Eine ganze Reihe meiner Kollegen hatten sich heute ebenfalls in die sonst eher verlassen wirkenden Hallen verirrt und so entstanden dann und wann ganz nette Gespräche. Sehr persönlich sogar. Einige wollten wissen, wie es mir mit der Transition ergeht, teilweise weil sie mitbekommen hatten, wie schlecht es mir neulich ging.

Ansonsten war der Tag bemerkenswert unspektakulär und dennoch besonders. Es war eben ein Office-Tag. Kleine Chats in der Kaffeeküche, vorbeilaufende Kollegen, Mittagessen auf Abstand in der Kantine, Meetings ohne Ende.

Dabei waren die Vorzeichen für diesen Tag eher mäßig. Zwar hatte ich mich im Vorfeld noch schnell mit angemessener Business-Kleidung ausgestattet und alles bereitgelegt. Doch eines funktionierte diese Nacht nicht: schlafen!
So lauschte ich einem Hörbuch, Stunde um Stunde. Typischerweise schlafe ich dabei nach 15 Minuten ein, nicht so heute Nacht. Ich glaube, am Ende war es 4 Uhr oder gar später, als mich ein unruhiger Schlaf überkam, nur um gegen 6 Uhr wieder aus den verwirrenden Träumen gerissen zu werden. In selbigen schaute ich irritiert auf einen positiven Corona-Test und fragte mich, wie das denn sein könne? Ich sei schließlich geimpft und dank HomeOffice kaum vor der Tür gewesen.

Anyway. Trotz schwerer Augenlider genoss ich den menschlichen Kontakt heute. Dank meiner Müdigkeit fiel mir die Konzentration eher schwer, aber insbesondere die Gespräche mit meinen Kollegen belebten mich.

Mit einer Kollegin stellten wir gemeinsam fest, dass viele Menschen durch den Lockdown eine Art Sozialphobie entwickelt haben, uns eingeschlossen. Für mich kann ich dies definitiv geltend machen, denn durch den täglichen Trott im HomeOffice und den ausbleibenden „Zwang“, das Haus zu verlassen, entstand bei mir tatsächlich tageweise eine starke Ablehnung gegen menschlichen Kontakt im Allgemeinen.

Das ging mitunter so weit, dass ich Anrufe von Freunden schlicht ignorierte, da mir einfach nicht danach war. Darauf bin ich nicht sonderlich stolz, aber es scheint ein deutliches Zeichen zu sein, dass diese anhaltende Isolation für uns soziale Wesen alles andere als gesund ist. Und das sage ich, die doch so wunderbar alleine zurecht kommt und viel, viel Zeit für sich alleine braucht, um ausgeglichen zu sein.

Umso erfrischender war aber der heutige Tag im Büro. Mal etwas anderes sehen.

Ich spiele gar mit dem Gedanken, künftig wieder einen Tag in der Woche ins Büro zu fahren. Einfach so. Für meine mentale Gesundheit…

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