München

Das war vielleicht ein Ritt heute, wow. Die Strecke runter nach München glich einer einzigen Baustelle nebst Staus und Waschküchenwetter.

Doch am Ende hat es sich gelohnt – wir sind auf einem netten, ruhiigen Ferienhof mit vielen Tieren und Blick ins Grüne untergekommen. Direkt nach der Ankunft waren die Kids schon hin und weg und wurden erst nach der ersten Erkundungstour wieder gesichtet.

Nachdem wir uns heute Abend einigermaßen eingerichtet hatten, überkam mich eine wahnsinnige Müdigkeit, die ein Spaziergang in der Umgebung nur kurz verdrängen konnte. Dennoch ist mir diese kleine Wasserstandsmeldung wichtig, denn morgen ist mein erster von zwei Terminen für GaOP-Vorgespräche in München bzw. Erding.

Nervös bin ich tatsächlich nicht, wie meine Mutter vorhin noch von mir wissen wollte. Nein, dafür habe ich den Termin zu gewissenhaft vorbereitet, mir notwendige Dokumente und Fragen zurechtgelegt. Es sind eher die kleinen organisatorischen Sachen, die mich gerade noch beschäftigen. Hoffentlich bin ich rechtzeitig dort. Finde ich einen Parkplatz? Hoffentlich ist der Arzt nett und so weiter. Aber das ist alles eher zu vernachlässigen. Da mein Arztgespräch der ersten Wahl ohnehin erst am Montag stattfindet, ist der morgige Termin für mich ohnehin eher eine Art Probelauf, da ich nicht davon ausgehe, mich für diesen Operateur zu entscheiden. Dennoch ist mir eine zweite Meinung sehr wichtig, insofern hat der Termin definitiv Relevanz für mich.

Was mich dann aber doch ein wenig nervös macht ist die Frage, ob ich morgen bzw. Montag dann schon Termine für die OP genannt bekommen werde. Dann wird es doch in der Tat recht konkret mit der Planung. Endlich. Eine Perspektive. Eine zeitliche, meine ich.

Ob ich Zweifel habe? Nein, heute habe ich absolut keine. Es ist „nur“ der nächste logische Schritt auf meiner Reise, auf den ich mich sehr freue. Okay…jeeetzt werde ich doch langsam ein bisschen nervös und kribbelig. Aber im positiven Sinne.

Eine Begebenheit fällt mir zur heutigen Anreise noch ein:

Ich fühlte mich heute nur bedingt wohl in meiner Haut. Das sonst durchaus recht präsente Gefühl von Weiblichkeit war heute recht weit entfernt. Das mag vielleicht auch etwas daran liegen, dass mich meine Kinder seit Tagen beinahe minütlich „Papa“ rufen. Auch in der Öffentlichkeit. So sehr ich ihnen Zeit geben möchte, sich von selbst irgendwann etwas anderes auszudenken, so sehr sah ich mich heute zu meinem eigenen Schutz und Wohlbefinden dazu gezwungen, sie auf einer Autobahnraststätte eindringlich darum zu bitten, mich nicht Papa zu nennen, während wir auf das örtliche WC gingen. Ich hatte beim besten Willen keine Lust, mich erklären zu müssen. Glücklicherweise ging aber alles gut und dank Maske gab es noch nicht einmal irritierte oder interessierte Blicke.

Ohne Maske passiert das leider doch immer wieder, was auch nicht unbedingt zu meinem Wohlbefinden beiträgt, obgleich mir die Gründe für die Blicke natürlich verborgen bleiben. Aber der innere Kritiker hämmert mir ins Hirn, dass ich nicht so gelesen werde, wie ich es mir wünsche würde. Und das schmerzt immens.

Umso erfreulicher war der Umgang der Vermieterin, als wir heute eintrafen. Vollkommen selbstverständlich ging sie mir uns um und obwohl ich im Außenbereich keine Maske trug, konnte ich keinen irritierten Blick wahrnehmen – das tat mir tatsächlich sehr gut.

Offen gestanden wünsche ich mir aber, dass diese Suche nach äußerer Bestätigung endlich mal aufhört. Das wird allerdings erst dann passieren, wenn ich mich selbst in mir vollkommen angekommen und wohl fühle. Und davon bin ich leider noch ein ziemlich großes Stück entfernt.

Anyway…morgen gehe ich einen weiteren Schritt in diese Richtung. Und nur das zählt!

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