Auto

Na, heute ist ja wieder mal was los. Positiv, negativ und irgendwas dazwischen.

Fangen wir doch mal mit den positiven Nachrichten an:

Mein heutiger Besuch bei der Kfz-Zulassungsstelle war erfreulicherweise von Erfolg gekrönt. Endlich ziert mein (neuer) Name auch Kfz-Brief und -schein. Ein wahnsinnig schönes Gefühl und gleichzeitig schon fast gewohnt, da ich meinen Deadname (meinen Geburtsnamen) nur noch sehr selten irgendwo lese. Diese Begegnungen sind dann ausgesprochen seltsam für mich…ich weiß, dass das mal mein Name war, aber es ist, als sei das ein anderes Leben gewesen. Als sei das nicht ich.

Wie schon bei meinem letzten (allerdings erfolglosen) Besuch in den genannten Räumlichkeiten, gab es auch heute wieder ein kurzes Gespräch mit der Sachbearbeiterin, als ihr Blick über den Gegenstandswert des TSG-Verfahrens glitt. „Das ist ja ganz schön teuer, oder?“ fragte sie mitfühlend. Jap…das ist es. Einer der Gründe, warum das TSG abgeschafft gehört!

Im Gegensatz zum letzten Mal nutzte ich heute die Gelegenheit, auf den nötigen Handlungsbedarf hierzulande hinzuweisen und erntete verständnisvolle Bestätigung. Ein gutes Gefühl. Die Bestätigung natürlich, aber vor allem, wieder für ein ganz klein wenig Aufklärung gesorgt zu haben.

Shopping

Spulen wir mal ein Jahr zurück. Ich war mir gerade erst darüber bewusst geworden, wie ich mein Empfinden benennen kann und suchte erste Anknüpfungspunkte im Internet. Die Rede war dort vom gruseligen „Alltagstest“, den es zu bestehen galt. Heute bin ich im Alltag weitgehend angekommen. Ausgenommen Sport, Schwimmbäder oder Saunen. Das sind einfach Situationen, in denen ich mich körperlich noch unwohl fühle und sie daher bis auf Weiteres meide.

Wo ich mich jedoch langsam wirklich wohl und angekommen fühle, sind die typischen Frauenabteilungen in Geschäften. Früher noch ging ich beschämt an ihnen vorbei, obwohl ich eigentlich gerne dort gestöbert hätte. Aus Scham erlaubte ich es mir jedoch nicht. Heute schlenderte ich an diversen Kosmetika vorbei, fand endlich einen lange gesuchten, frisch-grünen Nagellack und diversen anderen „Frauenkram“. 🙂 Am Ständer mit Kettchen, Ringen und Ohrringen blieb ich ausgedehnt stehen, probierte das Eine oder Andere an und schlenderte dann weiter. Das war sooo schön!

Hattest du je das Gefühl, dass sich eine solche – eigentlich banale – Lebenssituation so dermaßen richtig anfühlt? Das ist schon ein verrücktes Gefühl, das ich ausgesprochen selten in meinem früheren Leben hatte. Jetzt ist es hier. Das gute Leben ist hier. Wie wir es vor einiger Zeit bei der Familienaufstellung herausfanden. Damals war es noch ein gutes Stück von mir entfernt, aber es hat ein paar Schritte auf mich zu getan. Oder ich hin zu ihm.

Logopädie

Ich warte auf den „Klick“. Den „Klick“, den das Hirn allen Verlautbarungen nach irgendwann macht, wenn es verstanden hat, was ich von ihm in Bezug auf meine Stimme will. Fakt ist: der „Klick“ fehlt noch. Heute arbeitete ich mich wieder an „Nordwind und Sonne“ ab, quäkte und hauchte die Mantras im Voice Training nach und warf beinahe jede Aufnahme wieder weg. Nur 2 von etlichen dürfen weiterhin Speicher auf meinem Handy belegen, da sie einige positive Aspekte aufweisen. Beide basieren auf gesprochenen Texten infolge der „big dog, small dog“-Übung (großer Hund, kleiner Hund), bei der man von einem tiefen „Hecheln“ zu einem breiten, hohen „Hecheln“ kommt, um den Larynx (Kehlkopf) bewusst zu heben und damit die Resonanz in den gewünschten Bereich zu verändern.

Mein Gesicht bei den Übungen habe ich nicht gesehen, stelle es mir aber recht lustig vor. 🙂 Hechelt man nämlich wie ein kleiner Hund, also weit oben in der Kehle, zieht man automatisch die Mundwinkel auseinander. Unter dieser Spannung zu sprechen ist nicht nur schwierig, sondern sieht sicherlich auch ulkig aus. Was tut man frau nicht alles…?!

Obwohl die Ergebnisse eher mittelmäßig waren, so gab es doch zwei positive Emotionen. Nur Bruchteile einer Sekunde, aber ich erinnere sie noch sehr gut. Zum Einen hatte ich das Gefühl, langsam wieder Boden unter die Füße zu bekommen, nachdem die letzten Übungen riesigen Rückschritten glichen. Und zum Anderen keimte zwischenzeitlich ein „Jetzt-erst-recht“-Bauchgefühl auf und pushte mich zum Weitermachen. Nennen wir es mal vorsichtig „intrinsische Motivation“…

HRT Update

Ok. Irgendwas passiert da in meinem Körper definitiv schneller, als es die Monate vorher passierte. An vereinzelten Stellen habe ich das Gefühl, das Haarwachstum würde langsam nachlassen, vor allem an den Schienbeinen und Waden. Ein Effekt, der eigentlich nach 3-6 Monaten schon hätte einsetzen sollen. Damit reduziert sich die Frequenz des Epilierens, was die Haut natürlich riesig freut. Zum ersten Mal spüre ich vereinzelt Stellen von glatter, weicher Haut, die ich tatsächlich als „weiblich“ bezeichnen würde. Was für ein Glücksgefühl! Nicht, dass Frauen keine Haare hätten, das meine ich nicht. Aber das Körpergefühl ist einfach 100x besser.

Nachdem meine linke Brust ja nun schon seit einiger Zeit schmerzt, super empfindlich ist und die Brustwarze sich ein Stück nach innen verzieht (ja, klingt seltsam, aber anders kann ich es nicht beschreiben), beginnt nun auch die rechte Seite empfindlich zu werden. Tagsüber äußert sich das von Zeit zu Zeit mal mit einem diffusen, aber erträglichen Schmerz. Schlimmer ist eher das Duschen und Körperberührungen, die aktuell überaus unangenehm sind.

Aber wie ich schon früher schrieb: ich nehme diese Unannehmlichkeiten als Zeichen des körperlichen Fortschritts mit Freude an.

Die UEFA und der Regenbogen

Kommen wir zum Aufreger der Woche oder gar des Monats. Morgen spielt Deutschland gegen Ungarn beim dritten Gruppenspiel der Fußball-EM2020, corona-bedingt auf dieses Jahr verschoben.

Das zunehmend autokratisch werdende Ungarn verabschiedete vor Kurzem ein Gesetz, das die Informationsmöglichkeiten für LGBTQ-Jugendliche einschränkt und damit deren Menschenrechte. Als Zeichen für Toleranz trägt Torwart Manuel Neuer seitdem bei den Spielen eine Regenbogenbinde – ein starkes Zeichen. Tatsächlich war kurz in der Diskussion, ihn dafür wegen eines politischen Statements abzustrafen. Unfassbar, UEFA! Allein der Gedanke macht mich sprachlos. Glücklicherweise nahm man davon Abstand.

Das Sahnehäubchen stellte aber nun ein Pressestatement der UEFA dar, indem sie der Stadt München verbot, die Allianz-Arena beim morgigen Match der DFB-Elf in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen. WTF?!? Wieso darf die UEFA überhaupt der Stadt München vorschreiben, wie sie ihr eigenes Stadion zu illuminieren haben?! Und was für ein schwaches Zeichen ist das seitens der UEFA, dieses Zeichen für Menschenrechte und Toleranz zu unterdrücken?! Umso großartiger finde ich die Aktionen verschiedener Städte, deren Stadien während des EM-Spiels mit Regenbogenfarben zu beleuchten. Fühlt sich gut an und mein Dank geht an die Verantwortlichen, die hier ein klares Zeichen setzen!

Ich bin wirklich fassungslos über die Reaktion und fadenscheinigen Begründungen der UEFA. Überraschen tut mich dieses Gebaren aber offen gestanden nicht. FIFA, UEFA, DFB…keiner dieser Fußballverbände hat sich in den letzten Jahren sonderlich positiv hervorgetan. Davon mag man halten, was man will. Gedanken habe ich zu diesem Thema noch viele, viele, viele. Das würde hier aber den Rahmen sprengen.

Ich verbleibe daher mit einem Herzenswunsch: 

Möge jemand morgen in München die Zivilcourage und den zivilen Ungehorsam aufbringen, um den Schalter für die Regenbogenbeleuchtung der Allianz-Arena umzulegen. Mein tiefster Respekt und meine vollste Unterstützung wäre dieser Person sicher. Naja, man kennt das ja…Fehler bei der Bedienung der Lichtanlage können selbst im modernsten Stadion vorkommen…

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