Ausgelöst durch einen gesundheitlichen Zwischenfall in meiner Familie beschäftigt mich seit ein paar Wochen das Thema Tod. Der Tod der eigenen Eltern, aber auch meine eigene Sterblichkeit spielt eine große Rolle.

Nun stehe ich glücklicherweise in der Blüte des Lebens. Dennoch – oder gerade deswegen – ergibt es Sinn, sich mit dem Tod zu befassen. Denn in manchen Fällen kann es so unglaublich schnell gehen und es trifft uns völlig unvorbereitet. In meinem aktuellen Fall waren es glücklicherweise „nur“ Warnschüsse, aber sie haben mir echt Angst gemacht.

Bislang konnte ich das Thema „Tod der Eltern“ immer recht gut beiseite schieben, doch es gehört nunmal zum Lauf der Natur, dass wir Menschen früher oder später diese Gefilde verlassen. Grund genug, mit meinem Therapeuten darüber zu sprechen. Er berichtete von eigenen Erfahrungen und Vorkehrungen, die er selbst getroffen hat. Beeindruckend: seine eigene Beerdigung ist schon komplett geplant und bezahlt.

Das erschien mir im ersten Moment etwas overpowered, aber nach einigen Überlegungen finde ich diesen Ansatz gut und denke auch, etwas in diese Richtung zu initiieren. Es entlastet in der akuten Krisensituation nicht nur die Hinterbliebenen, es stellt auch sicher, dass meine Wünsche umgesetzt werden und die Trauerfeier so läuft, wie ich es gerne hätte.

Ergänzend zu dem aktuellen Vorfall war aber auch die geplante GaOP ein Grund, sich mit dem Thema zu befassen. Zwar ist es mittlerweile eine Routine-OP, aber OP’s bergen nunmal immer ein gewisses Risiko. Obwohl ich nicht mit Komplikationen rechne, möchte ich vorher sicher gehen, dass alles geregelt ist. Nachlass, Patientenverfügung, etc.

Der heutige Sonntag mit seinem wolkenverhangenen Wetter bot sich nach einem langen und erfüllenden Telefonat mit einem Freund dafür an, bei aufgedrehter Musik von Silbermond und heißem Kaffee mit dem Laptop auf der Couch meine Wünsche und Vorstellungen gemütlich schriftlich festzuhalten.
Zwar kamen mir dann und wann die Tränen, besonders als ich eine Art kleinen Abschiedsbrief schrieb, den ich gerne bei der Trauerfeier verlesen haben möchte. Die Vorstellung eines solchen Abschieds ist zutiefst traurig und erfüllend zugleich. Denn ich habe auf diesem Wege die Möglichkeit, mich nochmal „persönlich“ zu verabschieden, meine letzten Worte auf diesem Planeten bewusst zu wählen und würdevoll mit einem kleinen Augenzwinkern die Bühne zu verlassen.

Das geschafft zu haben, erfüllt mich mit tiefer innerer Ruhe und ich bin beinahe etwas neidisch auf die Trauergäste, da ich meine eigene tolle Feier verpassen werde. 🙂 Denn sie soll bunt werden, meine liebste Musik beinhalten und ein paar symbolische Gesten an die Anwesenden und die Welt da draußen.
Wovor es mir vorher graute, war eine Trauerfeier, wo alle in Schwarz antreten und im wahrsten Sinne Grabesstimmung herrscht. Natürlich ist Trauer angebracht und erlaubt, aber genauso ist ein Abschied ein Neuanfang, den es zu feiern gilt. Und das eben mit viel Farbe, Energie und vielleicht auch einem Funken Freude und Dankbarkeit für das, was sein durfte.

Nun kann ich das Thema nach einem Gespräch mit meinen Eltern zu den Akten legen und mich wieder voll und ganz anderen Dingen zuwenden. Denn da draußen wartet noch SO VIEL LEBEN auf mich…!

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