Deprimierte Frau

Mittlerweile bin ich glücklicherweise soweit stabil in meiner Identität, als dass Misgendern mich im Vergleich zum Anfang meiner Transition noch stark triggern würde. Dennoch passierte heute etwas, das mir einen kleinen Stich ins Herz versetzte.

Szenario: Zahlreiche Kollegen aus verschiedenen Teams waren gemeinsam in einem Call zu einem anstehenden Projekt.

An einer Stelle nahm ich Stellung zu einer Frage. So weit, so unspektakulär.
Doch nachdem ich geendet hatte, äußerte die zuvor fragende Kollegin sinngemäß:

Ok, Julia bleibt still…da scheint also soweit kein weiterer Kommentar zu sein?!

Irritiert schaltete ich mein Mikro wieder ein und fragte, ob ich zu hören sei, da ich ja immerhin vor 5 Sekunden gesprochen hatte. Ich war zu hören. Daraufhin löste sich die Situation etwas umständlich insofern auf, als dass sie erklärte, sie dachte, ein anderer Kollege (!) habe gesprochen. Heißt: meine noch männliche Stimme wurde nicht mit meinem Namen in Verbindung gebracht.

Natürlich geschah hier kein aktives Misgendern, aber indirekt wurde mir erneut die fehlende Stimmigkeit meines Gesamtbildes gespiegelt. Und obwohl das wahrscheinlich einfach zur Transition dazu gehört, schmerzt es schon ziemlich.

Autsch. 🙁

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