Portrait Julia Januar 2021

Interessante Dinge erlebe ich im Augenblick in Bezug auf meine Körperwahrnehmung nach meiner Erhöhung der Hormondosis.

Ich berichtete ja vor einiger Zeit von einem Gefühl, dass ich zwischenzeitlich die Hormondosis hätte erhöhen wollen. Ein Bauchgefühl. Ein Körpergefühl. Schwer zu beschreiben. Wie eine Art Mangel.

Nun durfte ich Anfang der Woche meine Gynokadin-Dosis um 50% erhöhen, ein freudiger Moment. Spannender Weise ist meine Laune seitdem insgesamt deutlich gestiegen, bzw. kann ich mir Freude über kleine Dinge viel besser erlauben als vorher. Eine Art Erleichterung also. Doch das ist nicht der entscheidende Punkt. Viel mehr geht es um eine umgekehrte Körperwahrnehmung. Manche Tage empfinde ich eine Art „Sättigung“. Ein Gefühl, als bräuchte ich in diesem konkreten Moment keine Hormondosis. Als wäre der Körper, ja, sprichwörtlich satt.

Da mir dieses Gefühl so deutlich aufgefallen ist, nehme ich dann auch nicht „gewaltsam“ meine Hormone, sondern warte noch eine Weile, bis sich dieses Gefühl verabschiedet hat. Und so ergibt sich daraus mittlerweile ein Rhythmus von 2 Hüben morgens und einen Hub nachmittags / abends. Das funktioniert sehr gut und ist auch körperlich wie mental wie die Zündung einer zweiten Raketenstufe.

Die Empfindlichkeit der Haut hat weiter zugenommen, bisweilen werde ich gar völlig kirre davon, wenn mir Stoff über die Brust rutscht. Ohne eng anliegenden BH geht im Augenblick wirklich gar nichts. Mental äußert sich das Ganze in einer größeren Zufriedenheit, mehr Gelassenheit und Schmetterlingen im Bauch, wenn ich mich im Spiegel sehe.

Zumindest wenn ich mich „ausgehfertig“ gemacht habe, hat sich das Gefühl der Selbstliebe noch weiter verstärkt, im Gegenzug macht mir die Dysphorie, mich ungeschminkt im Spiegel zu sehen, wieder mehr zu schaffen. Es ist, als ginge die Schere weiter auseinander, der Leidensdruck in Bezug auf Bartwuchs, Geheimratsecken und maskuline Gesichtszüge nimmt stark zu. Und so wird mir mehr und mehr mein Fahrplan für die nächsten Monate und Jahre klar: Nadelepilation ist ein Muss (das war ja ohnehin schon beschlossene Sache), eine Haartransplantation wird immer wahrscheinlicher und eine OP zwecks Gesichtsfeminisierung steht jetzt auch vorbehaltlich der hormonellen Entwicklung auf dem Programm.

Doch das liegt alles zum Teil noch in relativ weiter Ferne. Greifbarer ist hingegen der Kauf einer neuen Brille. Aber das ist ein anderes Thema, denn im Lockdown ist das alles andere als schnell erledigt. Ich werde berichten.

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