„Gut siehst du aus!“ Das hört Frau doch gern (Mann natürlich auch). Vor allem aber, wenn es in direktem Zusammenhang mit der Transition steht.

Tatsächlich wurde ich in den vergangenen zweit Tagen mit so manchem Kompliment bedacht…wie schööön. 🙂 Da wird es mir direkt warm ums Herz. „Du siehst heute wirklich sehr feminin aus“ und „Gut siehst du aus“ waren nur zwei davon. Mein Therapeut attestierte mir heute auch direkt noch: „Ihr Passing wird auch immer besser. Haben Sie etwas mit Ihren Haaren gemacht?“

Anmerkung: „Passing“ ist der Grad, mit dem Transpersonen im gewünschten „Zielgeschlecht“ erkannt werden. In meinem Fall würde ein gutes / hohes Passing bedeuten, dass ich sehr weiblich wirke und von Menschen allgemein als Frau „gelesen“ werden. Insgesamt ist – zumindest bei mir – der Wunsch nach einem sehr guten Passing sehr groß. Bei vielen anderen sicher auch. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: Kleidung, Figur, Gesichtszüge, Frisur, Stimme, Gestik, Mimik, Ausdrucksweise, Gangart, etc. Also ein hochkomplexes Thema. Wenn einer Transperson ein „perfektes Passing“ attestiert wird, kommt das beinahe einer Adelung gleich. 😉

Gerade in diesen anfänglichen Zeiten tun solche Komplimente natürlich total gut und bestärken mich darin, auf dem richtigen Weg zu sein und dass meine Entwicklung weitergeht. Da ich mich selbst natürlich jeden Tag im Spiegel sehe, fallen Veränderungen nicht so auf.

Apropos Veränderungen und die Frage bzgl. meiner Haare: Ja, ich habe etwas verändert. Aber eher eine Kleinigkeit, die ich gar nicht also elementar wahrgenommen habe. Dennoch scheint sie einen großen Effekt in der Außenwirkung zu haben. Ich trage meine Haare wieder öfter offen, aber nicht mehr gleichmäßig auf beide Schultern verteilt, sondern auf eine Seite gelegt. So ist mehr Hals / Nacken sichtbar und auch die neuen Ohrringe kommen viel besser zur Geltung (an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an meine Mama! :-*). Erkenntnis des Therapeuten: sieht viel weiblicher aus. Wird also beibehalten. 🙂

Soviel zu den Themen „Haare“ und „Lob“. Was ist mit dem Papierkram?

Nachdem ich den Kauf eines neuen Autos ewig vor mir hergeschoben habe, habe ich mir am Wochenende endlich einen neuen-gebrauchten Wagen gekauft. Der alte Familienvan ist einfach viel zu groß und unpraktisch für mich alleine. Und es fühlt sich sooo gut an! 🙂 Im Gegensatz zum Familienvan macht das Fahren endlich wieder Spaß und fühlt sich nicht mehr nach LKW an. Zudem entspricht er einfach viel mehr meinen alltäglichen Bedürfnissen und frisst zudem noch locker 3-4 Liter weniger Sprit. Ein Elektroauto kam leider aufgrund der fehlenden Ladeinfrastruktur hier vor Ort noch nicht in Frage. Schade eigentlich.

Nun, jedenfalls liegt nun einiges an Papierkram vor mir, um eine passende Versicherung zu finden, den Wagen anzumelden und den alten abzugeben.

Was das mit meiner Transition zu tun hat, fragst du mich, liebes Tagebuch?

Direkt erstmal nichts. Aber es hat durchaus Parallelen und Anknüpfungspunkte: beides sind Neuanfänge. Beiden wohnt ein gewisser Zauber inne. Beides erfüllet mich mit Freude. Beides wird mich (sehr) lange begleiten – ich fahre Autos meist, bis es nicht mehr geht und kaufe nicht so oft neue. Beide kosten einen Haufen Geld.

Beides macht am Ende mein Leben schöner und leichter…

Und so soll es doch sein, oder?!

Status Hormontherapie

Lass es mich so zusammenfassen: mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. 🙂

Die Hormone tun ihren Job, soviel steht fest. Die heftigen Stimmungsschwankungen der letzten Woche sind wieder weg und auch meine leichtere Reizbarkeit hat sich etwas zurückgezogen. Gleichzeitig hat sich aber auch die vormals endlich verschwundene Libido wieder zaghaft zu Wort gemeldet. So recht will mir das nicht gefallen, denn das deutet alles auf einen wieder gestiegenen Testosteronspiegel hin. Wobei das nur meine laienhafte Interpretation ist, dem liegen keine echten Messwerte zu Grunde.

Aber solange ist es bis zum ersten Blutbild auch nicht mehr hin. Anfang Januar ist es schon so weit. Und dann wir sich zeigen, wie die Hormone wirklich gewirkt haben. Mein persönliches Bauchgefühl ist ja: die Dosis ist zu niedrig.
Und das hat nichts mit dem langsamen Fortschritt zu tun. Ich habe ja gelesen, dass man mit einer geringen Dosis beginnen soll, daher bin ich damit vollkommen einverstanden. Wenn ich jedoch in meinen Körper hinein spüre, fühlt er sich ein bisschen an wie ein trockener Schwamm, der die Hormone aufsaugt, aber niemals vollgesaugt ist, weil es eben zu wenige sind.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, ob das Blutbild meine Wahrnehmung stützt oder widerlegt…

Vom Mentalen mal abgesehen, bilde ich mir auch ein, dass sich in Sachen Brustwachstum gaaaanz laaaangsam etwas tut. Vereinzeltes Ziehen in der Brust (vor allem außen) sind deutliche Indizien dafür und erinnern mich immer wieder daran, dass mein Körper da gerade Schwerstarbeit leistet. Und es erfüllt mich mit Glücksgefühlen. Erst recht, wenn gaaanz leichte Rundungen der Brust (wieder außen) erkennbar werden. Wie gesagt…es sind minimalste Veränderungen, die auch pure Einbildung sein könnten. Dafür sehe ich mich einfach zu oft im Spiegel.

Kernaussage ist und bleibt aber: es tut sich merklich etwas und das ist einfach SOOO GUT!!!

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