Oh, wie habe ich die Gruppentherapie vermisst, die urlaubsbedingt nun eine Weile nicht stattfand. Das wurde mir allerdings erst nach dem heutigen Termin klar…

Die letzten Tage ging es emotional ja gerne mal bergauf und bergab bei mir. Insbesondere nach der Logopädie. Naja, ihr wisst schon. Nach vielen Überlegungen, angefangenen Textergüssen in Foren, niemals abgeschickten WhatsApp-Nachrichten an Freunde und zu viel Ablenkung durch die Arbeit beschloss ich heute, mein „Logopädie-Thema“ dann doch mal bei jemandem anzusprechen: in der Gruppentherapie. Ich fragte nicht mal um Rat, ich wollte es in der Befindlichkeitsrunde einfach nur loswerden, weil es mich belastete.

Vielleicht habt ihr das auch schon mal erlebt: manchmal kommen die Dinge einfach zur rechten Zeit zu uns, ohne dass wir uns anstrengen müssen. Es fließt einfach. So auch im weiteren Verlauf des Abends. Eine andere Teilnehmerin (Patientin klingt in diesem Kontext einfach falsch) ergriff irgendwann spontan das Wort, um auf mein Thema einzugehen. Ihr sei es anfangs auch so gegangen (wie befreiend…ich bin nicht allein mit meinen miesen Gefühlen). Sie habe die Scham überwinden können, indem sie einfach im Zimmer herumlief, während sie die Stimmübungen machte. Das senkte den Stress.

Im Grunde eine banale Maßnahme, aber gleichwohl absolut genial. Darauf hätte ich eigentlich auch kommen können (wenn da kein Baum und kein Wald gewesen wäre). Manchmal liegt die Lösung so nah, denn ich habe in der Vergangenheit auch die Erfahrung gemacht, dass Bewegung in akuten Stresssituationen super hilfreich ist.

Wir sprachen noch mehr über das Thema. Weshalb ich hier in der Gruppe meine neue Stimme noch nicht verwenden würde. Und dass ich mir Zeit geben solle. Es würde noch locker 5 Termine dauern, bis Ergebnisse zu erwarten seien. Und dass dieser Raum – die Gruppe – mein Übungsfeld sei, um meine Stimme auszutesten. Wenn es soweit ist.
Denn eines wurde mir zurückblickend nochmal bewusst: ich brauche ein gewisses Maß an Sicherheit in einer Sache, um sie dann öffentlich durchzuziehen. So auch beim Rausgehen als Frau. Ich musste mich erst wohl fühlen, wenn ich mich im Spiegel sah, bevor ich es wagte.

Und genauso verhält es sich hier. Ich möchte erst eine gewisse Sicherheit mit meiner Stimme haben, um damit vor Menschen zu treten. Egal wer sie sind. Ob meine „Schwestern im Geiste“ in der Gruppentherapie, die Damen an der Supermarktkasse oder meine Eltern.
Was mein Therapeut anmerkte, ist natürlich wahr: damit bringe ich mich um viele Gelegenheiten, um meine Stimme zu trainieren. Aber das nehme ich in Kauf. Denn anders herum würde ich mich fühlen, als machte ich mich zum Affen.

Und da klingt ein Grundthema meiner Existenz in mir an, das mit 1.000%iger Sicherheit eine tiefere Bedeutung hat:
mein Wunsch, nach außen ein gewisses Maß an Seriosität zu zeigen – und eben nicht den Clown zu spielen.

Doch das ist eine andere Geschichte, die wir vielleicht möglicherweise eventuell später mal an anderer Stelle zerpflücken und in Bosses Sinne „zermalmen“ werden…

Naja. Jedenfalls geht es mir jetzt viel besser nach diesem Abend und ich merke, wie sehr mit die Gespräche mit meinen Gleichgesinnten gefehlt haben. Das erdet.

Love you, Ladies!

Ahoi!

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