Liebes Tagebuch, in meinem letzten Beitrag schrieb ich ja, dass es mir in der Männerrolle fürchterlich schlecht ging. Daher sagte ich mir: „Baby, das machst du nicht nochmal! Du tust dir selbst damit weh!“

Und so drehte ich den Spieß heute einfach um. Die Männerklamotten wurden in die hinterletzte Ecke verbannt und in den kommenden Tagen steht wohl endlich der Zeitpunkt an, alle Männerklamotten endgültig in die Umzugskiste und die Abstellkammer zu verbannen. Bei Zeiten steht dann noch ein Verkauf und/oder Spende an.

Nun, jedenfalls geht es mir heute um Längen besser. Zwar war ich nicht den ganzen Tag geschminkt, aber darauf kommt es mir momentan auch nicht maßgeblich an. Es geht tatsächlicher eher um die Kleidung und die Silikoneinlagen. Solange ich mich nicht im Spiegel betrachte, ist das vollkommen ausreichend, denn später möchte ich auch weitgehend auf Makeup verzichten, auf die Silikoneinlagen sowieso und auf die Perücke nach Möglichkeit auch. Natürlichkeit ist mir wichtig. Die ist eben aktuell noch nicht in der von mir gewünschten Form umsetzbar. Das braucht alles Zeit.

Was mich heute aber besonders gefreut hat, war der Besuch in der Eishalle mit meinen beiden Töchtern. Fast zwei Stunden flitzten wir über’s Eis. Zwar Corona-bedingt ausschließlich mit Maske, aber das machte es am Ende sogar noch einfacher für mich, dort als Frau sein zu können, da mein Bartschatten zuverlässig verdeckt wurde. Ich genoss es sehr!

Und immer dann, wenn ich mich in der Bande spiegelte, fühlte ich ein Glücksgefühl im Bauch. Es war einfach alles richtig so, wie es war!

Status Hormontherapie

Was den Teil der „Dünnhäutigkeit“ im Titel dieses Artikels anbelangt: ich denke, die Hormone zeigen langsam tatsächlich eine emotionale Wirkung. Speziell morgens bin ich wesentlich leichter reizbar, Kleinigkeiten regen mich schneller auf. Aber in gleichem Maße empfinde ich schöne Dinge schöner als sonst, emotionale Momente in Filmen beispielsweise emotionaler als sonst. All das bewegt sich noch in einem überschaubaren Rahmen, aber ich merke schon, wie sich meine Wahrnehmung insgesamt beginnt zu verändern. Minimal, jeden Tag ein bisschen. Daher ist es auch schwer erkennbar, ob es nun wirklich die Hormone sind oder ob es pure Einbildung ist. Aber speziell die Reizbarkeit ist sehr auffällig und das gefällt mir nicht so gut. Aber naja…ich habe ja oft genug gelesen, dass ich jetzt in eine zweite Pubertät komme und viele Transfrauen durch eine Phase der „Zickigkeit“ gehen. Mein armes Umfeld, ich hoffe, es wird nicht so schlimm. 🙂

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