Liebes Tagebuch,

ich hatte es gestern ja bereits überlegt: heute habe ich meine Fingernägel wieder lackiert. Weiß. Das Weiß an sich ist nicht so toll, es deckt nicht gut. Das mag daran liegen, dass es Peel-Off-Lack ist, an den Finger möchte ich die Farbe doch recht zügig wieder entfernen können. Aber es fühlt sich einfach richtig an, mich so zu stylen.

Was mir vermehrt beim Blick in den Spiegel auffällt: der Bart, die ganzen Haare am Körper…ich akzeptiere all das nicht. Oder anders gesagt: es fühlt sich nicht richtig an. Akzeptieren tue ich es schon, weil es halt einfach so ist und ich das Wachstum nicht unterdrücken kann, aber mir wäre ein haarloser Körper (vom Kopf abgesehen) lieber.

Naja…davon mal abgesehen habe ich heute wieder eine ganze Weile mit den Mädels telefoniert und wir haben zusammen ARK gespielt. Das war wirklich schön! Nervig war nur die miese Internetverbindung. Und es hat mich etwas betrübt, dass sie von diesem Wochenende nichts wirklich Positives berichten konnten. Sie scheinen daheim nicht viel zu machen. Wenn ich die Retros (Anm. d. A.: Retros = Retrospektiven; abendliche Rückblicke auf den Tag gemeinsam mit den Kindern) hier damit vergleiche…die sind viel lebhafter und begeisterter. Traurig, dass sie es bei sich zu Hause nicht auch so haben.

Meine jüngere Tochter wollte heute wieder gerne zu mir. Sie war sehr traurig, dass ich sie noch nicht wieder abholen kann. Das scheint sie in letzter Zeit sehr stark zu beschäftigen und zu belasten. Ich wünschte, ich könnte sie öfter sehen!

Interessanterweise steht das allerdings ein wenig im Gegensatz zu meinem wachsenden Bedürfnis, mir die Fingernägel zu lackieren und mir Frauensachen anzuziehen. Das mache ich nicht, wenn die Kinder hier sind. Warum eigentlich nicht?! Wie kann ich Akzeptanz von der Gesellschaft dafür erwarten, wenn ich nicht mal meinen Kindern beibringe, dass das ganz normal ist!?

Die Antwort ist aber recht einfach: ich habe Angst und ich schäme mich dafür. Die Angst vor allem davor, dass die Kinder es weiter erzählen und ich als „krank“ abgestempelt werde. Und den Kindern auferlegen, das nicht weiter zu erzählen, kann ich nicht machen. Diese Last kann ich ihnen nicht übertragen. Das ist allein meine Last. Daher komme ich hoffentlich mal an den Punkt, an dem ich dazu stehen kann und es ohne Angst vor möglichen Konsequenzen äußere.

Aber noch etwas anderes: die Kleine hat heute ihren 2. Schneidezahn verloren, als wir telefoniert haben. 🙂 Jetzt sind beide gleichzeitig raus. Sie war natürlich ganz stolz. Großes Mädchen. 🙂

Ansonsten habe ich tatsächlich heute noch Bewerbungen weggeschickt. Zu Testzwecken mehr oder weniger. Um Erfahrung zu sammeln und meinen Marktwert als Agile Coach zu testen. Mal sehen, was so geht…

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