Hi. Liebes Tagebuch!

Das war vielleicht ein Tag heute. Ich war so unfassbar produktiv und erfolgreich. Unglaublich, was für Energien die Krankschreibung im Augenblick bei mir freisetzt. Und das „Scrum for Your Life“ auch.

Gestern kam mein neuer Anzug, den ich mir für Bewerbungsgespräche bestellt hatte (Anm. d. A.: obgleich ich Zeit meines Lebens Anzüge gehasst habe, sah ich mich gezwungen, die Verkleidung anzuziehen, um den geltenden Normen für mein biologisches Geschlecht gerecht zu werden). Den habe ich heute anprobiert, hin und her überlegt und mich dann für die Teile entschieden, die ich behalten möchte. Außerdem habe ich schon heute mein Monatsziel für den Videokurs erreicht, ich habe ihn fertig strukturiert. Unglaublich. Ich habe das wochenlang vor mir her geschoben. Und jetzt habe ich es binnen 6 Tagen fertig gemacht. Jeden Tag ein bisschen. Ich bin begeistert!

Ich habe schon überlegt, noch weitere Sachen in den Sprint (Anm. d. A.: Sprint = Zeitrahmen von einem Monat, in dem ich meine gesetzten Teilziele erreichen möchte) mit aufzunehmen, habe mich aber gebremst. Erst die Sachen, die in der Planung drin stehen.

Leider sind dabei einige Dinge, dich ich aktuell nicht beeinflussen kann. Die Reduktion meines übervollen Arbeitszeitkontos zum Beispiel. Oder die Übergabe von Tätigkeiten an Kollegen. Das geplante neue Fahrrad für meine große Tochter. Das muss alles warten.

Aber ich bereite weiter das Kinder-Quiz für die Autofahrt in den Bayernurlaub vor (Anm. d. A.: damit den Kindern auf der Autofahrt nicht so langweilig wird, habe ich ein Städtequiz für die Fahrtroute vorbereitet). Auch jeden Tag ein bisschen, das überlastet mich dann nicht. Genauso wie die Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch. Jeden Tag ein bisschen.

Das motiviert mich alles sehr. Ich sehe Fortschritte.

Was für ein krasser Unterschied zu dem Stillstand im Job!

Außerdem habe ich heute die Buchung für das Ferienhaus in Bayern gemacht, wenn wir vom Ferienhof wieder nach Hause fahren und dort Halt machen. Endlich komme ich dann mal in den Ort, in dem mein Vater aufwuchs, da wollte ich schon seit Jahren hin! Und – sofern Corona es zulässt – hängen wir noch einen Tag Legoland hinten dran. 🙂

Ich freue mich schon sehr auf den Urlaub!

Auch habe ich heute eine ganze Weile mit den Kindern per WhatsApp telefoniert, bzw. wir haben gemeinsam ARK gespielt. Oder vielmehr: ich habe gespielt und sie haben gesagt, was ich machen soll. Und so haben wir einen Diplodocus, einen Baryonyx und einen Spinosaurus gezähmt! Von diesen Spielerfolgen mal abgesehen, ist es schön, mit den Kindern wenigstens per Video verbunden zu sein! Das ist großartig!!!

Aber genug von Computerspielen.

Wie geht es mir sonst so?

Gemischt. Im Grunde gut (siehe oben), aber sobald ich an die Arbeit denke, krampft sich mein Bauch zusammen und mein Puls steigt. Das ist kein gutes Zeichen. Übrigens hat mein Chef nicht auf meine Mail reagiert, in der ich mich krankgemeldet und erklärt habe, warum das so ist. Seltsam. Vielleicht ist er sauer? Vielleicht hat er Verständnis? Ich habe keine Ahnung.

Ich habe auch erstaunliches festgestellt, was mich betrifft:

Je länger ich Nagellack trage, umso selbstverständlicher wird es. Eigentlich klar. Und ich mag es sehr. Gerade habe ich auch wieder überlegt, ob ich mir heute noch vor dem Schlafen die Fingernägel weiß lackiere, habe es dann aber gelassen. Vielleicht morgen. Das doofe ist, dass ich jeden Abend damit rechnen muss, dass mein Vater auf seinem Spaziergang hier vorbei kommt und ich möchte nicht, dass er das sieht.

Gerade hatte ich auch wieder das starke Bedürfnis, mir mein kürzlich gekauftes Damennachthemd anzuziehen. Doch wenn ich mich dann so sehe denke ich jedes Mal: am liebsten wäre ich eine Frau. Aber ich weiß nicht, ob das nur eine erotische Fantasie ist oder ob mehr dahinter steckt. Ich weiß nicht, wie ich das herausfinden soll. Jedenfalls könnte ich es mir nicht vorstellen, zu meiner Familie und meinem Umfeld zu gehen und zu sagen, dass ich mich operieren lasse. No way.

Aber dennoch merke ich, dass die letzten Monate oder Jahre etwas mit mir passiert. Vor einiger Zeit, als ich die kurze und sexuell eher frustrierende Affäre hatte, konnte ich mir zum Beispiel MMF grundsätzlich auch vorstellen, was sie mir vorschlug. Nur war diese Frau doch nicht so richtig mein Typ und irgendwie war ich beim Sex mit ihr blockiert.

Gute Nacht, liebes Tagebuch.

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