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Schon vor dem offiziellen Release am 20.05. sorgt der Song „TONY“ über die gleichnamige Transfrau, an dessen Musikvideo ich ja maßgeblich mitwirken durfte, in den ersten Medien für ein positives Echo.

Ihr Lieben,

es geht in die heiße Phase! Noch zweimal schlafen und „TONY“ erblickt offiziell das Licht der Welt. Ich bin echt stolz auf das Musikvideo und bin super gespannt auf die Reaktionen darauf. Auch wenn ich den Optimismus meiner Mitstreiter*innen (Dave, Michaela, Maja, Julia und Marielle), dass der Song große Wellen schlagen wird, nicht teile und in diesem Punkt eher verhalten auf das Release am Freitag blicke, hat das Lied bzw. das Video für mich ganz persönlich einen großen Stellenwert.

Es enthält zu Anfang Szenen, die ich mir nicht gerne anschaue. Sie zeigen mich ungeschminkt und so, wie ich eben morgens nach dem Aufstehen aussehe – nicht unbedingt tageslichttauglich. In der zweiten Hälfte kann ich mich hingegen recht gut sehen. Es hat mich vor und kurz nach dem Dreh viel Überwindung gekostet, dieses Videomaterial in die Welt zu entlassen und ihr die ungeschminkte Julia zu zeigen. Denn so sehe ich noch viel zu männlich aus und das verkrampft mir meinen Magen. Doch der Song und das Video soll Transparenz schaffen und möglichst viele Aspekte des Transseins zeigen – dazu gehört auch sehr Wesentlich der ungeschminkte Teil. Das ist hart, denn üblicherweise präsentiere ich mich öffentlich so nicht – das Video ist also gewissermaßen ein Blick hinter die Kulissen und im Rückblick bin ich froh, dass ich mich dafür entschieden habe. Es ist auch zum Teil Zeugnis meiner eigenen Biografie.

Heute, in einem Gespräch mit meiner Chefin, wurde mir auch deutlich, dass mir die ganze Aktion sehr dabei geholfen hat, gelassener mit meinen restlichen männlichen Attributen umzugehen (ja, über sowas kann ich mit meiner neuen Chefin sprechen :-)). Beispielsweise wenn ich wegen der Bartepilation meinen Bart für 4-5 Tage in Teilen unrasiert lassen muss. Zwar versuche ich diesen Teil auch so gut es geht zu überschminken, den weiterhin sichtbaren Rest nehme ich aber mittlerweile eher hin und traue mich damit beispielsweise in Videokonferenzen – egal ob mit mir bekannten oder bis dato unbekannten Menschen. Noch vor wenigen Monaten völlig undenkbar.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich dem Release am Freitag recht entspannt und unaufgeregt entgegen sehe: für meine Transition und meine persönliche Entwicklung hat dieses Projekt bereits seine Schuldigkeit getan. Ich bin daran gewachsen, habe meine Komfortzone weiter ausgedehnt. Und alles, was jetzt noch dazu kommen mag, nehme ich gerne als Bonus und Sahnehäubchen mit und erfreue mich an den Früchten unserer gemeinsamen Arbeit.

So…genug reflektiert für heute. Jetzt ist es aber an der Zeit, den Artikel über „Tony“ bei 84xo zu verlinken.
Ich wünsche viel Freude beim Lesen. 🙂

Hier geht’s zum Artikel…

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