Kätzchen

Echt jetzt?! Ein Kätzchen als Titelbild?! JA, weil es einfach sooo süß ist. 🙂
Eigentlich geht’s in diesem Artikel aber um Hormone, HRT, Freunde und die Suche nach dem heiligen Wohlfühlgral.

Heute war mal wieder ein Kontrolltermin bei meinem Frauenarzt angesetzt. Das Besondere daran war, dass das erste Mal nach der GaOP meine Hormonwerte bestimmt wurden. Darauf habe ich recht lange gewartet, da es mich doch etwas verunsicherte, nicht zu wissen, wir gut oder schlecht ich mit den 3 Hüben Gynokadin pro Tag wirklich unterwegs bin.

Was ich im Arztgespräch für zwar erwähnenswert, jedoch nicht übermäßig wichtig hielt, war meine Erfahrung vor einigen Wochen, als ich testweise die Hormondosis für einige Tage auf 4 Hübe erhöhte. Damals quoll ich beinahe über an Energie und Wohlgefühl. Dem heiligen Gral, könnte man sagen. Nach der Reduktion auf 3 Hübe fiel ich bekanntermaßen in ein kleines Loch.
Diese Information war für meinen Arzt jedoch hochgradig relevant und so schraubte er ohne Zögern meine Hormondosis auf 4 Hübe hoch. Die Begründung dafür ist natürlich logischerweise in der GaOP zu suchen – durch den Wegfall der körpereigenen Testosteronproduktion muss der Hormonbedarf durch Östrogen ersetzt werden. Ob die bisherigen 3 Hübe dafür ausreichen, ist dann eben die zu klärende Frage.

Doch zunächst heißt es wieder warten. In einer Woche werde ich wissen, wie meine alten Werte aussahen. Vor allem auf den Testosteronwert bin ich gespannt. Ich rechne mit einem Wert nahe 0. Spannend.
Seit heute Abend steigt meine Hormondosis jedenfalls an und ich bin total gespannt auf die Wirkung über die eine Woche Testphase hinaus.

Graue Maus adé

Harter Themenwechsel und Rückblick auf den gestrigen Stammtisch.
Ich fuhr dort mit meiner Freundin und Mit-Initiatorin des Stammtischs hin und während wir so in Richtung des Cafés schlenderten, plauderten wir. Offenkundig etwas nervös ließ sie verlauten: „Sag, was machst du hier mit mir?!“ Ich blickte etwas irritiert zu ihr. „Na, früher in meinem alten Leben war ich eine graue Maus und jetzt das hier…“ Sie untermalte ihre Aussage mit einer Geste, die verdeutlichen sollte, dass sie den Stammtisch meinte.
Ich grinste. Denn mir geht es ganz genau wie ihr. Ich war früher auch eine graue Maus gewesen und hatte mich nie getraut, auch mal im übertragenen Sinne bunt zu sein. Und nun standen wir hier am Ruder einer ehrenamtlichen Gruppe, die in Zusammenarbeit mit der Stadt mal eben anfängt, eine queere Community in Monheim zu etablieren. Und das auch noch im Herzen von Monheims Brennpunkt, den ich nachts nicht freiwillig allein durchqueren würde. So gesehen war das schon ein ziemlicher Bold Move.
Das Lustige daran: wir haben keine Sekunde daran gezweifelt, ob das eine gute Idee sein könnte. Wir haben einfach gemacht, sind mit dem Fluss gegangen. Und das machte alles so einfach, dass es mir schon beinahe banal vorkommt.

Tja, graue Maus…das war einmal. Was da mit unserer Transition passiert, ist im wahrsten Sinne ein Aufblühen. In den vergangenen Monaten hat sich bei mir das Bild des Schmetterlings verfestigt, der nach dem Raupenstadium endlich erstrahlen darf. Ich habe sogar über ein Schmetterlingstattoo nachgedacht, diese Idee ist aber noch sehr, sehr frisch und bedarf noch weiterer Reife. Jedenfalls geraten plötzlich Dinge in Bewegung, die tageweise einer Lawine gleichen.
So gehen beispielsweise meine sozialen Kontakte in den letzten Tagen durch die Decke.
An sich hatte ich heute vor, mir nach einem anstrengenden Tag ein schönes Schaumbad zu gönnen, verbrachte dann aber eine halbe Ewigkeit damit, mit mehreren Freundinnen und Bekannten parallel zu chatten und Sprachnachrichten auszutauschen. Das war schon ziemlich cool! Und vor allem ist das alles so mühelos. Diese Kontakte machen mir keine Arbeit, sie schwingen weitgehend auf meiner Frequenz und das macht den Umgang miteinander total unkompliziert. Und vor allem authentisch.
Das ist vielleicht sogar noch wichtiger und zeichnet all diese Menschen aus: sie sind echt. Und das resoniert mit mir in hohem Maße.

Aber es stellt sich mir dennoch die Frage: bleibt das jetzt so oder ist das nur eine Phase? Ich hoffe auf Ersteres. Allein jetzt eine Freundin hier vor Ort zu haben, mit der ich über alles reden und die ich auch einfach mal kurz abends treffen kann, ist der Oberhammer. Dass ich dieses Geschenk nun so plötzlich erhalten habe, zeigt mir nur noch mehr, wie sehr mir das eigentlich gefehlt hat. Denn es nährt mich, es erfreut mein Herz und – wie ich es schon oft hier im Blog schrieb – es fühlt sich richtig an.

Hallojulia, sind das spannende Zeiten! 😉 

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