Yoga

Blicke über den Tellerrand werfe ich (meistens) ziemlich gerne. Für Sport gilt das allerdings eher nicht. Sport und ich sind selten kompatibel. Heute ließ ich mich allerdings von etwas überzeugen, von dem ich nicht gedacht hätte, dass es mir Spaß machen könnte.

Ich gebe zu, mein Körper schmerzt dank des „halben Kamels“ gerade noch an manchen Stellen, denn ich bin einfach unfassbar ungelenkig. War ich schon immer. Aber daran könnte sich in Zukunft etwas ändern! Eine gute und treue Freundin (die beste ;-)) rief mich heute Abend an. Üblicherweise dauern diese Telefonate deutlich über 2 Stunden, heute überschritten wir diese magische Grenze aber nicht, denn irgendwie kamen wir auf das Thema Yoga. Sie schwärmte mir davon vor. Vor allem von einer bestimmten App, die ich an dieser Stelle aber nicht explizit bewerben möchte – dennoch kurzer Spoiler-Alarm: die ist wirklich gut!

Nun muss ich gestehen, meine Berührungspunkte mit Yoga beschränkten sich bis heute auf Hörensagen und eine Schnupperstunde im Rahmen des betrieblichen Gesundheitswesens, die sich allerdings ausschließlich auf eine Meditation beschränkte. Mit dem Gedanken, Yoga einmal richtig auszuprobieren, hatte ich schon häufiger gespielt. Allein der zündende Funke hatte gefehlt. Das heutige Telefonat war dieser Funke.

Noch kurz ein paar Worte zu sonstigen Sportarten: bis vor der Corona-Pandemie und vor allem bis vor meiner Transition ging ich regelmäßig laufen und stand recht kurz davor, an einem Halbmarathon teilzunehmen. Dazu kam es aus naheliegenden Gründen nicht mehr. Mit Beginn meiner Transition stellte ich dann aber jegliche sportliche Aktivität ein. In Herrenkleidung wollte ich nicht mehr laufen gehen. Und in Damenkleidung hätte ich mich ohne Perücke und MakeUp nicht wohl gefühlt, nicht vor die Tür getraut. Beides ist für Sport aber nun einmal denkbar ungeeignet. Letztlich machte ich dann gar nichts mehr. Das ist bis heute so und eine für mich passende Lösung konnte ich noch nicht finden.

Kurzum: die Transition hat sogar Auswirkungen auf meine körperliche Fitness.

Nach meinem heutigen 30-Minuten-Versuch mit Yin-Yoga muss ich etwas erstaunt gestehen, dass es mir – von den leichten Schmerzen abgesehen – total gut geht und ein wohliges Kribbeln in manch gedehnten Körperregionen aufsteigt. Und ohne es näher begründen zu können, erkenne ich tief in mir eine junge Frau im Schneidersitz zufrieden nicken. Eine junge Frau, die ich jetzt einfach mal mit „neu erwachtem Körperbewusstsein“ betiteln würde – ganz losgelöst von irgendwelchen dysphorieauslösenden Körperteilen.

Wie sagte meine Freundin vorhin sinngemäß so schön: „Dann kommst du nach der OP rank und schlank als gut aussehende Frau aus dem Krankenhaus und findest das dann so gut, dass du das beibehalten möchtest.“ So ganz abwegig ist das nicht, denn früher gab es für mich keinen nennenswert wichtigen Grund, besonders sorgsam mit meinem Körper umzugehen. Manche Dinge mussten natürlich sein, damit er weiter funktioniert. Genau, funktioniert. Er war für mich nur eine funktionierende Hülle, die schon ein wenig Pflege braucht. Mehr aber auch nicht.
Teilweise ist das noch heute so, hat sich seit Beginn der Transition aber schon sehr stark verändert. Und es erscheint mir doch recht wahrscheinlich, dass die Motivation, meinen Körper zum Beispiel mit Yoga wieder in eine passable Post-Corona-Figur zu verwandeln, nach der OP eine ganze Ecke größer sein dürfte. Dann habe ich einen echten Grund dazu, denn ein (sehr entscheidendes) Stück dieser funktionierenden Hülle wird dann keine bloße Hülle mehr sein, sondern ein echter Teil von mir selbst.

Einklang. Zwischen Körper und Seele. Das fällt mir dazu ein. Beginnend. Oder fortschreitend. Kommt auf die Perspektive an.

Ich denke, Yoga kann eine Tür zu dieser wunderbaren Erfahrung des inneren Einklangs mit der eigenen Existenz sein und meine Freundin hat mir dazu heute den Schlüssel überreicht.

Danke, du bist die Beste! :-* 

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