Lockenkopf

Meine jetzige Perücke ist schon gute 1 1/2 Jahre alt und steht damit eigentlich schon kurz vor der Rente. Ein guter Zeitpunkt, ihm vom Coiffeur meines Vertrauens nochmal ein bisschen Leben einhauchen zu lassen. Und – verzeiht mir dieses ausgelatschte Wortspiel – es war am Ende des Tages eine ganz schön haarige Angelegenheit.

All dies geschah vergangenen Samstag und so nutze ich die Gelegenheit, mit meiner jüngeren Tochter nach Düsseldorf zu meinem Coiffeur zu fahren und anschließend gemeinsam durch die Stadt zu schlendern.

Die schlechte Nachricht des Tages ereilte mich dann insofern recht schnell, als dass mir verkündet wurde, die Perücke sei mit 1 1/2 Jahren doch schon recht alt. Echt jetzt?! Das Ding hat 1.800€ gekostet und ist schon reif für einen Austausch? Wow…! Das frisst mir ja echt die Haare vom Kopf! Okay, okay…genug Wortspiele für heute.
Also, mein Job hält mich zwar finanziell einigermaßen über Wasser, aber so viele Rücklagen kann ich gar nicht bilden, um regelmäßig dermaßen viel Geld in neue Haare zu investieren. Puh…wink, wink, Haartransplantation (ich warte noch immer auf den letzten Kostenvoranschlag…*nerv*)!

Die erfreulichere Nachricht war jedoch, dass sie trotz ihres Alters noch in relativ gutem Zustand ist, meiner (doch recht zeitaufwendigen) Pflege sei Dank. Sie bekam am Ende lediglich eine gründliche Reinigung, Pflege und anschließend einen vorsichtigen Schnitt, um den vereinzelten Spliss zu entfernen.
Bis dato hatte ich von aggressivem Gerät wie Glätteisen oder Lockenstäben die Finger gelassen, um die Haare zu schonen. Man sagte mir jedoch, ich könne bei dem Alter der Perücke durchaus vereinzelt mit einem der beiden Geräte Locken eindrehen und bekam auch direkt eine kleine Schulung in der Handhabung von Glätteisen. Ich besitze zwar eins, habe mich da allerdings nie wirklich dran getraut. Seit Samstag besitze ich obendrein noch einen Lockenstab und habe schon die eine oder andere wohlgeformte Locke auf meinen Kopf gezaubert. 😀

Ich muss aber sagen, dass mir die Wellen in den Haaren, die ich mit Lufttrocknung und Lockenwicklern erziehe, besser gefallen. Zumal sie wesentlich länger halten. Die Locken des Lockenstabs sind oft am Folgetag ausgehangen.

Jedenfalls, mit dieser neuen Erfahrung und 100€ ärmer verließen meine Tochter und ich das Geschäft, gönnten uns ein Eis und besagten Lockenstab. Hier und da ließen wir uns durch die ungewohnten Menschenmengen treiben, schauten uns in einzelnen Läden mal etwas genauer um und trieben weiter zum nächsten…

Alles in allem ein total schöner Mama-Kind-Shopping-Samstag, an dem ich von meiner Tochter auch ausgesprochen oft „Mama“ oder „Juli“ gerufen wurde…das ging runter wie Öl! 🙂

Chillen für’s Viertel

Später am Nachmittag schauten wir noch bei einer kleinen Veranstaltung im „Goldenen Hans“ vorbei, wo auch unser Queerer Stammtisch allmonatlich stattfindet. Bei diesem Event ging es um interkulturelle Begegnung, gemütliches Beisammensitzen und das Schaffen von Verbindung zwischen dem (etwas verschrienen) Südviertel und dem Rest der Stadt Monheim. Alles unter dem Titel „Chillen für’s Viertel“.

Wie ich bereits vom ersten Queeren Stammtisch gewohnt war, herrschte auch dieses mal wieder ein total lockerer und respektvoller Ton zwischen den Menschen, geprägt von Eigenverantwortung, Vertrauen und auch gegenseitiger Unterstützung – richtig schön. Dennoch brauchte ich eine ganze Weile, um dort anzukommen, da ich fast niemanden kannte – der Klassiker bei introvertierten Menschen wie mir. 🙂

Auch, wenn ich weiterhin noch mehr Zeit brauche, um mich voll und ganz in dieser Runde zu öffnen und einzubringen, fühle ich mich dort wohl und aufgenommen. Das dort ansässige Sojus ist wie eine kleine-große Familie von ganz vielen individuellen Menschen, total bunt und vielfältig. Einfach großartig! Und die heutige Einladung in die Ehrenamtlergruppe fühlte sich wie eine kleine Aufnahme in diese Familie an. Zugehörigkeit. Und vielleicht-hoffentlich ein Hafen, in dem ich lange Zeit ankern darf und werde.

Wie drückte es mal jemand im Rahmen einer anderen Gruppe aus: „Endlich normale Leute!“ 😉

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