Bittende Frau mit Staub

„Es kommt die Zeit, in der das wünschen wieder hilft“, sangen Die Toten Hosen 1993 im allseits bekannten Song „Wünsch dir was“. Und irgendwie ist da was dran…

Heute ist Mittwoch. Und das bedeutet: Logopädie. Der erste Termin in diesem Jahr.

Offen gestanden hatte ich in meinem Urlaub so meine liebe Not mit den Übungen und war eher damit beschäftigt, den Kids gerecht zu werden. Und so richtigen Zugang fand ich zu den Hmmms, Hümmms, Hömmms und Hommms auch nicht. Besonders schwierig ist die Übung nicht, aber sie wirkt…ziellos. Obgleich sie das nicht ist, denn es geht gerade jetzt am Anfang ja darum, ein Gefühl für die eigene Stimme und die Muskulatur zu bekommen. Dennoch sind diese Grundlagen teilweise derart kleinteilig, dass es mir manchmal schwer fällt, den Gesamtkontext zu sehen. Und das, obwohl ich bei derlei Dingen üblicherweise wirklich nicht auf den Kopf gefallen bin.

Die letzten Tage verliefen dann etwas besser. Die Übung ging mir (ohne Kinder) leichter von der Hand, wenn auch mit keiner riesigen Ausdauer. Aber immerhin. Während das Essen vor sich hin kochte, konnte ich schnell mal 10 Minuten in meinen Leerlauf einbauen.

Doch kommen wir zum Wünschen.

Heute Morgen hatte ich es satt, diese oft negativen Gefühle gegenüber der Logopädie zu haben. Nicht zuletzt, weil meine Stimme wirklich Tag für Tag und mit jedem Wort ein großes Leid für mich bedeutet. Es mir also immens wichtig ist, sie zu ändern. Umso interessanter, dass mir die Übungen bislang so widerstreben. Aber das ist ein anderes Thema.

Jedenfalls wünschte ich mir heute Morgen, dass die Logopädie heute gut laufen würde, ich mit einem guten Gefühl und gewissen Erfolg die Praxis verlassen würde. Und wie es mir schon oft erging, wenn ich mir derlei Dinge rechtzeitig wünschte (bestes Beispiel: der Wunsch nach einem guten Parkplatz), kam es auch so. Ob das nun positive Psychologie ist oder mir das Universum dank meiner „Wunschenergie“ tatsächlich ein derartiges Ergebnis manifestierte, darf nun jede/r für sich entscheiden. Jedenfalls funktionierte es und während des Termins machte es plötzlich „Klick“ bei einer bestimmten Übung, die verschiedene Faktoren aus den bisherigen Übungen kombinierte.

Plötzlich verschwand der surrende Unterton in meiner Stimme und der Satz „Hallo, mein Name ist Julia“ glitt mir weich und ohne Druck im Kehlkopf über die Lippen. Noch monoton wie ein Android auf einem bestimmten Ton, aber hey!
Meine Logopädin bescheinigte mir jedenfalls einen großen Schritt nach vorn und ich lernte ein neues Gefühl im meinem Sprachapparat kennen, das mir bis dato unbekannt war. In Worte fassen kann ich es nicht, aber es war deutlich anders in der Stimmbildung.

Und der Kniff, den ich rein zufällig anwandte war: eine deutlichere und klarere Aussprache zu forcieren.

Bisweilen schludere ich bei der Aussprache schon mal gerne. Man könnte sagen, ich bin zu faul, den Mund beim Sprechen richtig aufzumachen. 🙂 Doch die höhere Anspannung in der Muskulatur in Kombination mit den sonstigen Techniken, die ich bis jetzt geübt hatte, legten einen Schalter um.

Natürlich bin ich noch immer weit von meiner „Zielstimme“ entfernt, aber das war heute ein großer Erfolg, der mich die Praxis am Ende glücklich verlassen ließ.

Und zum Abschluss noch ein weiterer Übungssatz, direkt passend für den Alltag:

„Danke, ich brauche keinen Kassenzettel.“ 🙂

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