Was ist systemisches Coaching – und warum kann es dir helfen?

Stell dir vor, du stehst vor einem riesigen Mobile – wie das, das du dir vielleicht als Kind immer in der Wiege angesehen hast. Jede kleine Bewegung an einem Ende lässt alles andere mitwippen. Manchmal sanft, manchmal so heftig, dass alles gehörig ins Wackeln kommt. Unser Leben ist oft genau so: Wir ziehen an einem Faden und plötzlich reagieren Familie, Job, Freundeskreis oder sogar unsere eigene innere Stimme darauf. Genau hier setzt systemisches Coaching an: Es betrachtet nicht nur dich, sondern das ganze Mobile. Und manchmal reicht schon ein kleiner Perspektivwechsel, um alles leichter zu machen.

Ihr Lieben,

heute möchte ich euch ein wenig in meine Nebentätigkeit entführen, in der ich meine Passion für das Coaching noch weiter ausleben darf. Und um uns dem Begriff „systemisches Coaching“ ein wenig zu nähern, habe ich euch diesen Artikel gebastelt. 🙂 Also … los geht’s!

Zurück zu unserem Mobile und dem Perspektivwechsel: Warum ich davon weiß? Weil ich selbst zeitweise an den falschen Fäden gezogen habe, bis ich verstand, dass meine Transition nicht nur meine Geschichte war, sondern auch die meiner Familie, meiner Kolleg*innen, meiner Freund*innen. Heute nutze ich genau diese Erfahrung, um andere dabei zu unterstützen, ihre eigenen Mobiles zu verstehen und bewusst zu gestalten.

Was ist systemisches Coaching?

Systemisches Coaching ist wie eine Landkarte für dein Leben. Aber eine, die nicht nur dich zeigt, sondern auch die Berge, Flüsse und Städte drumherum. Es geht um die Frage: Wie hängt alles zusammen? Und vor allem: Wo kannst du ansetzen, um Bewegung zu schaffen?

  • Beispiel 1: Du fühlst dich im Job überfordert. Systemisch betrachtet, geht es vielleicht gar nicht nur um deine Aufgaben, sondern um unausgesprochene Team-Dynamiken, Erwartungen deiner Vorgesetzten oder sogar um alte Muster, die du aus der Familie kennst („Du bist nur etwas wert, wenn du Leistung bringst!„).
  • Beispiel 2: Du überlegst, dich zu outen oder deine Transition zu starten. Systemisch schauen wir nicht nur auf deine Ängste, sondern auch auf dein Unterstützungssystem, deine Ressourcen: Wer steht hinter dir? Wo gibt es vielleicht unerwartete Unterstützung?

Was in Coachings oft für überraschte Reaktionen sorgt: Manchmal liegen Lösungen dort, wo wir sie nicht vermuten: im Dazwischen.

Warum dieser Ansatz gerade für LGBTQ+-Personen wertvoll ist:

Als queere Person weiß ich und habe ja auch hier im Blog schon viel darüber berichtet: Manche Themen, wie Coming-out, Transition oder das Navigieren in nicht immer inklusiven Umfeldern, brauchen eine Perspektive, die mehr sieht als nur die individuelle Herausforderung. Systemisches Coaching fragt beispielsweise:

  • Was brauche ich in Bezug auf mein Coming-out in meiner Familie gerade, um mich sicher zu fühlen?
  • Wo finde ich Verbündete im Job, auch wenn die Struktur eigentlich starre Rollenbilder hat?
  • Wie gehe ich mit innerer Zerrissenheit um, wenn Gesellschaft und eigenes Empfinden kollidieren?

Es geht nicht darum, dich zu „reparieren“, sondern darum, dein Umfeld, deine Werte, deine Ressourcen und Bedürfnisse so mitzudenken, dass du handlungsfähig bleibst, auch in komplexen Situationen.

Wie sieht das konkret im Coaching aus?

In meinen Sessions arbeiten wir unter anderem mit Methoden wie:

  • Systemische Aufstellungen, um Beziehungen und Dynamiken sichtbar zu machen.
  • Skalierungsfragen („Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie zufrieden bist du mit deiner Work-Life-Balance? Was bräuchte es für eine 7?„).
  • Ressourcenorientierung („Wer oder was unterstützt dich schon jetzt?“).

Und ja, manchmal geht es auch um ganz praktische Dinge: Wie sag ich’s meiner Chefin? Wie erkläre ich’s meiner Oma? Systemisch bedeutet auch in einem gewissen Sinne „nicht theoretisch“, sondern alltagsnah, menschlich und an deinen Bedürfnissen orientiert.

Und dein Mobile?

Wenn du das Gefühl hast, dass sich gerade vieles in deinem ganz persönlichen Mobile verfängt, ob beruflich, privat oder im Rahmen deiner Identität, dann lade ich dich dazu ein, darüber zu reden. In einem kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, wo du ansetzen kannst und an welchem Ziel zu arbeiten möchtest. Schreib mir einfach eine E-Mail oder besuche meine Coaching-Webseite.

Alles Liebe,
eure Julia

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